DER GRAUSIGE FUND IM „RASTHAUS“

Ein weiterer „Blick“ ins Buch:

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Ein herrlich duftender, frisch gebrühter Kaffee, kitzelte meine Nase, und die wiederum signalisierte zum Hirn, dass ich am Leben sei.

Also öffnete ich die Augen und war überrascht, dass ich tatsächlich am Leben war und Nabiel einen herrlichen Filterkaffee gezaubert hatte.

Durch die quadratischen Löcher in der Wand, was wohl einmal die Fenster waren, kam der schönste Sonnenschein.

„Kaffee?“ rief unnötiger weise Nabiel, der am Tisch saß und mir eine unserer Tassen, entgegen hielt.

„Komme schon“ erwiderte ich, erhob mich von der unbequemen Lagerstätte, und begab mich zu Nabiel an den Tisch.

Der Kaffee brachte mich nun wirklich ins Leben zurück.  Ich hatte bis zum heutigen Tag nicht für möglich gehalten, dass ein Ägypter einen so guten Kaffee machen kann. So langsam kam auch die Erinnerung an den vergangenen Tag.

Es war keine schöne Erinnerung, auch kam die Angst mit der Erinnerung an diesen Tag.

Der Kaffe schmeckte himmlisch.  Doch die Situation war verteufelt!

„Nabiel, bitte lass uns sofort von hier verschwinden, bitte“ flehte ich Nabiel an.

„Auch will ich hier nichts Essen, lass uns Fahren und in der Wüste mach ich uns das Frühstück! Nur weg von hier!“

„O. K. belade den Jeep und warte draußen, ich schaue mich hier noch ein bisschen um.“

Antwortete Nabiel und verschwand im Ziegenstall, wo wir ja am Tag zuvor den Toten hingebracht hatten.

So schnell, wie ich unsere Klamotten gepackt hatte, so schnell hatte ich noch NIE eine Arbeit erledigt.

Wohl zu schnell, denn nun stand ich am Jeep und wartete auf Nabiel.

Erst nach einem längeren Hupkonzert erschien er und fuchtelte mit seinen Armen ein Signal.

Was wohl heißen wollte, dass ich aufhören sollte, so einen Krach zu machen.

Was sollte denn das, hier würde uns sowieso keiner hören, jetzt ist er durchgedreht! Der Tote im Ziegenstall hat ihm wohl doch noch einen Schock gebracht.

Nabiel war total durch den Wind!

„Ich verstehe es nicht, ich verstehe es nicht“ diese Worte verstand ich, doch das arabische Gequatsche konnte ich nicht verstehen.

„Hey, Nabiel cool down! Was IST geschehen? Hat Dich der Tote angefallen? War er nicht tot? Hast Du ihn erst jetzt umgebracht? Sprich!“Sein Gesicht entspannte sich und er meinte:

“Jürgen nein, ich fasse es nicht! ER IST WEG!““Wie? Er ist weg!“

„Ja, es gibt im Ziegenstall keinen Toten! Ich habe alles durchsucht, er ist nicht mehr da!“„Mann, hör bitte mit solchem Scheiß auf.“ Ich war wirklich nicht in der Stimmung um solche Witze zu hören.

„Komm überzeuge Dich selber!“ Was ich mit wieder-willen auch tat. Ich folgte Nabiel in den Ziegenstall und fand auch keinen Toten!

Was war hier in der Nacht passiert?

Beide waren wir sicher, dass wir einen Toten hier in diesem Teehaus-Gebäude vorgefunden hatten und ihn in den Ziegenstall geschafft hatten.

Doch er war weg!„Nabiel, wir sind doch nicht besoffen gewesen, auch sind wir nicht verrückt!

Noch nicht!Also lass uns verschwinden und die Sache vergessen. Etwas Besseres kann uns doch überhaupt nicht passieren“

„Komm, lass uns weiter fahren und die Sache wirklich vergessen!“ Ich war froh, dass Nabiel nun auch genug hatte. „Aber ich begreife nicht, wie jemand es schaffte, den Toten von hier wegzutragen, ohne dass wir etwas gemerkt hatten.“

„Nabiel denke an den Sturm. Dieser Wind hat alle Geräusche verschluckt, wir konnten unmöglich einzelne Geräusche unterscheiden.“

„Ja, Du hast recht, und nun ab, hinter das Lenkrad, und gib Gas, dass wir schnell weit wegkommen!“

Diesen Satz brauchte Nabiel nicht zu wiederholen.

Ich gab Gas und verlangsamte erst, als die Straße wieder schlechter wurde.

Wir unterhielten uns noch eine Weile über das Geschehen in diesem „Resthaus“ und kamen zu keinem Schluss, was, warum und wieso das alles passierte.

„Jürgen, diese Sache dürfen wir niemandem erzählen, entweder wir werden für verrückt erklärt, oder wenn doch im „Resthaus“ jemand ermordet wurde, als Mörder gesucht. Also, es ist NIE passiert!“

„Habe verstanden.“

*****

         

 

                  Die „Altstadt“ von Siwa

Doch einige dieser Ruinen sind bewohnt.

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Der Felsen mit den Mumien-Höhlen

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Das „Cleopatra“Bad.

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MEIN VORSCHLAG ZUM FLÜCHTLINGSDRAMA

MEIN VORSCHLAG ZUM FLÜCHTLINGS-DRAMA!!:
Mein Vorschlag: Um den vielen Todesfällen auf der „Flucht“ vorzubeugen,könnte man doch eine KONTROLLIERTE Fährverbindung zwischen einem Nord-Afrikanischem Staat (eg. Ägypten,Libyen,Tunesien oder Algerien) einrichten. Ob die Flüchtenden 1000,-€/$ den Schleppern zahlen,oder das Geld für eine SICHERE Überfahrt bezahlen, ist am Ende doch egal, aber sie sind vor dem Tode durch Ertrinken bewahrt. Das andere ist eine KONTROLLIERTE Zug/Busverbindung zwischen der Türkei und wegen mir, München herzustellen. Keine Schlepper haben eine Chance! Natürlich muss das International Organisiert werden! Es gäbe keine Toten mehr! Nebenbei die Arabische Welt auch etwas am Flüchtlings -Drama beteiligen. Wenn die Golfstaaten und Saudi IHRE Ethnischen „Brüder“ nicht haben möchten…bitteschön,ein paar Vergoldete Automobile weniger und etwas in den Flüchtlings Trong einzahlen. Und „Endziel-Länder“ sollten ihre Hausaufgaben machen und für Unterkünfte Sorge tragen. Hört sich etwa sehr UNMÖGLICH an, ABER die Flüchtlinge kommen sowieso! Ob Illegal..oder Kontrolliert. Und bitte etwas VORAUS-PLANEN…in Afrika,Syrien, Afghanistan, Jemen, und anderen Länder warten noch VIELE auf unsere Hilfe!Flucht Rute

Einfach mal IM werden. Jetzt bewerben und schon morgen deinen Nachbarn von gegenüber ausspitzeln.

Ist doch kein Wunder! Vor Jahren waren die „Wessis“ zu FAUL zu Wählen…da haben die „OSSIS“ halt gewählt! Was und WEN,wissen wir doch! Siehe President & Kanzler/in. Jetzt „Heulen“ die „Wessis“ weil die „Ossis“ das Land Regieren!

Von Marsa Matruh zur Oase „SIWA“

 

Eine weitere Folge aus dem Buch:

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Siwa

Mit den Worten: „Und jetzt geht es los,“ setzte ich mich hinter das Lenkrad meines Cherokee und fuhr zurück nach Marsa Matruh und ein Stück den „International-Coast -Highway“ entlang, bis zum Abzweig nach Siwa.

Die Straße war wohl vor einiger Zeit mit grobem Schotter und nicht all zu fettem Teer bearbeitet worden, denn das gewisse Geräusch, was die groben Steine verursachten war sehr laut.

Dann kam ein Abschnitt Straße mit neuerem Belag, der sehr gut zu fahren war, nach einigen Kilometern wiederum, gab es Schlaglöcher von abenteuerlichem Ausmaß.

Man musste schon gut aufpassen, auch in unserem Jeep war es nicht gerade angenehm, mit dem Kopf an das Fahrzeug Dach zu stoßen.

Nabiel erzählte mir, dass es nur dreimal die Woche, einen Bus Service gab. Und all zu viele ausländische oder Einheimische -Touristen seien nicht nach Siwa unterwegs, die würden lieber zu einfacheren Touristenattraktionen fahren.

Wie Alexander im Jahre 331 v. Chr. die Oase gefunden hat, und warum er sich gerade diesen Flecken Erde ausgesucht hatte, ist mir ein Rätzel.

Doch darf ich nicht vergessen: Er hatte ja eine Aufgabe, das Orakel zu befragen.

siwa 012Unser Jeep besaß eine perfekt laufende Klimaanlage, da ich Sie nie benutzte, hatte ich vergessen Kühlflüssigkeit nachfüllen, und nun, wo ich sie einmal gebraucht hätte, versagte sie den Dienst.

Für mich war es nicht so tragisch, da ich nie eine Klimaanlage benutzte, aber Nabiel war am jammern.

Inzwischen war die Sonne schon ganz gut in Ihrem Temperament!

Nabiel spielte mit dem elektrischen Fensterheber, einmal auf, einmal zu, und so ging es eine weile, bis er aufgab und meinte:

„Scheiße, Fenster zu, Sauna; Fenster auf, Heißluftgebläse in Betrieb! Ich hatte mir es anders vorgestellt“

„Wie oder was hast Du Dir vorgestellt“ fragte ich zurück, und als Antwort kam: „Ich sitze in einem schönen Jeep, Du bist ein guter Fahrer, und ich relaxe in einem klimatisierten Auto!“ „Und von was träumst Du nachts?“„Nachts schlafe ich, ich träume nicht!“„Nabiel, wie kannst Du auch nur daran denken, auf dieser Straße zu relaxen? Einmal ist sie gut, und ich kann es laufen lassen, dann, ohne Vorwarnung, muss ich voll in die Eisen gehen.“

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„So schlimm ist es doch auch nicht, Du hättest diese Straße vor zwanzig Jahren befahren sollen, da war es nur eine Piste. Dies hier ist doch schon fast eine Autostrada.“

„Ja vielleicht so wie in den 60ern, in Jugoslawien, die Autoput, so nannten sie Ihre Schnellstraße mit Löcher darin, dass ein ganzer Mensch sich da hätte reinlegen können!“Ich fuhr mit meiner Nörgelei an Ägyptens schlechten Straßen fort und konnte nicht umhin zu sagen:

“Da musst Du einmal nach Deutschland kommen, hier haben wir, was wir Autobahn nennen, eine 4-6 spurige Schnellstraße, ohne eine Kreuzung und ohne eine Ampel, da kannst Du fahren!“„Ja, und?“ meldete sich Nabiel,“ die nächsten 300 Km, oder anders ausgedrückt, die Nächsten 5 stunden gibt es hier keine Ampel und auch keine Kreuzung!“ Aber fügte er hinzu: „auch kein Restaurant, keine Tankstelle und keine Rufsäulen zum Pannendienst! Auf halbem Wege gibt es ein Teehaus von so einem Bekloppten, der sich da in der Wüste wohlfühlt. Dort werden wir eine Rast einlegen. Und nun siehe zu, dass Du dort hinkommst!“ Er drehte seinen Beifahrer Sitz in Schlafstellung herunter und schlief sofort ein.

 

          

                                                                                                                                                                                                                                                                                Auch solche „Straßen“ werden gemeistert

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                         Der Sandsturm

Die Hitze und das Eintönige geradeaus fahren machte auch mich müde. Doch ich bemühte mich, den Jeep auf der Straße zu halten, obwohl es nicht einmal einen Unterschied gegeben hätte, wenn ich von der Straße in die Wüste gefahren währe.

Doch da lagen unterschiedlich große Steine und Felsbrocken, die ich nicht unter die Ölwanne bringen wollte.

Nun saß ich schon zweieinhalb Stunden hinter diesem Lenkrad und mir ist noch kein Fahrzeug entgegen gekommen, und überholt hat mich auch niemand.

Wer sollte sich das auch wagen?!

Die Straße verschwamm vor mir, die Wüste rechts und links neben mir, verwandelte sich in einen riesengroßen See.

Meine Augen brannten, das war nicht nur der Schweiß, welcher mir von der Stirn in die Augen rann. Es war ein feiner Wind mit noch feinerem Sand, der sich in jede Pore setzte und wie Feuer brannte. Von wegen See zur Rechten wie zur Linken, das war ein Hitzeflimmern und bald sah ich rechts und links gar nichts mehr!

Ich ahnte Schlimmes, ein Sandsturm war hier im Anmarsch!

So schnell, wie dieser heiße Wind aus der südwestlichen Richtung auf uns zugekommen ist; so etwas hatte ich noch nicht erlebt.

Sandstürme hatten mich schon erwischt, doch dieses Mal war es sehr heftig.

Durch meine Flucherei wurde Nabiel wach und staunte nicht schlecht über die plötzliche Dunkelheit, die uns umgab.

„Jürgen fahre rechts ran und bleibe sofort stehen, ja, hier geht es, fahr ein Stück in die Wüste, weg von der Straße!“ riet mir Nabiel, was ich auch befolgte.„Warum von der Straße?“ fragte ich und die Antwort war sehr einleuchtend.

„Ganz einfach es gibt genug Verrückte die meinen, dass sie die besten Fahrer seien, und fahren bei so einem Wetter einfach weiter.

Bis sie in der Wüste landen oder jemandem hinten draufgefahren sind, oder frontal zusammengestoßen.“

„Und um das zu vermeiden, bleiben wir hier und warten, dass sich das Wetter beruhigt hat“

Das war eine Ansage, der ich nicht widersprechen konnte.

Also eine Pause!

„Nabiel, es kann doch nicht mehr allzu weit bis zu diesem Teehaus, oder nennen wir es einmal Raststätte, sein“

„Vergiss es, Du siehst ja nicht einmal die Straße, wie willst Du da sicher sein, dass Du die „Teehütte“ dort hinfindest? Außerdem gibt es garantiert Sandverwehungen, wie bei Euch in Europa es Schneeverwehungen gibt, bei einem Schneesturm.

Der Unterschied ist nur derjenige, dass Du in Deutschland erfrieren kannst, und hier verdursten, oder Du wirst gar von herumfliegenden Steinen erschlagen, oder Du wirst mit herumrollendem Gestrüpp, welches sehr dornig sein kann, gepiesackt!“

Kaum hatte Nabiel den Satz mit herumfliegenden Steinen beendet, hörte ich auch schon die ersten wohl kleineren Steine, gegen die Scheibe und die Türen knallen. Mir wurde ganz schön mulmig. Sollte hier in diesem Getöse unsere Fahrt, vielleicht unser Leben, zu Ende sein?

Obwohl die Uhr im Jeep gerade einmal die Mittagszeit verriet, war es Dunkel als sei es Nacht.

Beengtheit erfasste mich.

Die Fenster konnten wir nicht aufmachen. Die Angst, dass die Scheiben kaputt gehen könnten, war groß, und die Chance, dass wir hier eventuell die Nacht verbringen müssen, beruhigte mich auch nicht.

Keine schönen Aussichten.

Das Sprechen wurde zur Qual, die Luft war heiß und stickig, der Schweiß lief in Strömen in die Augen, und keine Gewissheit, wann wir weiter fahren konnten.

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Mir kam es wie eine Ewigkeit vor, dabei weiß ich gar nicht, wie lang eine Ewigkeit ist. Um es in einer mir bekannten Zeiteinheit auszudrücken, es war bereits siebzehn Uhr, und ich konnte die Umrisse der Straße und der Umgebung wieder ausmachen. Es wurde zwar heller, denn der Wind hatte seine Kraft Verlohren, und die Luft war wieder einigermaßen rein.

Viel Zeit bis zur Dämmerung war nicht mehr.

Also kontrollierte ich von außen, ob es größeren Schaden zu beklagen gab. Außer ein paar kleineren Dellen und leichte, ähnlich einer Sandstrahlbehandlung, abgeschmirgelten Lackteile, war nichts zu bemängeln.

Folglich startete ich den Motor und begab mich wieder auf die Straße in Richtung Siwa.

Es dämmerte bereits, als das „Rasthaus“, so könnte man es nennen, wenn das Ganze in besserem Zustand währe, vor uns auftauchte

                

           Der Tote im „Rasthaus“

Die Altstadt von SIWA

„Vor fünf Jahren war ich das letzte Mal hier, aber da war noch alles in einem besseren Zustand.“ Sagte Nabiel.

Ich stellte den Jeep direkt neben den Eingang, sodass wir ihn zu jeder Zeit im Auge behalten konnten.

Außerdem war die Schlepperei, mit den Sachen für die Übernachtung, nicht so weit.

Irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl, am liebsten wäre ich wieder in den Jeep gestiegen, und weiter gefahren.

Nabiel merkte wohl mein Zögern und meinte, dass es im Haus sehr gemütlich sei, und wir einen gesicherten Platz für die Nacht hätten.

„Es gibt keine Betten, nur dünne Matratzen, mit genug Flöhen, die Dich sowieso nicht schlafen lassen. Aber wir können in unseren Schlafsäcken, auf dem Boden schlafen. Richtig ist, wir haben ein Schelter, denn ich bin überzeugt, dass der Sturm noch einmal zurückkommt!“

„Nabiel, ein „Hilton“, „Ritz Carlton“ oder „Sheraton“ habe ich nicht erwartet, und brauche ich auch nicht.

In solchen „Häusern“ zu arbeiten reicht mir!“

Erwiderte ich, nahm meinen kleinen Rucksack, wo all die persönlichen Dinge wie Toiletten Artikel und die Dokumente vom Jeep, so wie auch mein Pass verstaut waren, und begab mich in eine Art Gastraum.

Mit je einem Schlafsack unterm Arm geklemmt, folgte mir Nabiel in das Innere des Hauses.

Im Inneren war es schon stockdunkel, ein Geruch von Feuchtigkeit, Schimmel, Petroleum und menschlichen Exkrementen schlug mir entgegen, sodass es mir schwer viel, zu atmen.

„Nabiel, ich gehe keinen Schritt weiter, hole bitte unsere Stablampe vom Jeep“.

Flehte ich Nabiel an.

Er schmiss beide Schlafsäcke zu Boden, ging zum Jeep zurück und kam nach einigen Minuten, die mir als Ewigkeit vorkamen, mit der Taschenlampe zurück. Im Schein der Lampe konnte ich ein am Boden liegenden Menschen erkennen. Einen Schrei des Entsetzens konnte ich nicht unterdrücken.

Auch Nabiel stieß für mich unverständliche arabische Worte aus.

Auch er war vom Anblick des am Boden liegenden Menschen geschockt.

Mein Entsetzen löste sich und ich warf meinen Rucksack zu den Schlafsäcken am Boden.

Auch kam in Nabiel Bewegung und er bückte sich, um den Mann am Boden zu untersuchen.

Im Schein unserer Lampe sahen wir dass dem Mann nicht mehr geholfen werden konnte.

Er war tot!

Der vom Blut überkrustete haarlose Schädel hatte eine klaffende Wunde von der Größe eines Enteneies.

Der Schlag auf seinen Kopf musste gewaltig gewesen sein.

Es war kein Unfall, das war ein Mord!

„Nabiel, was machen wir?“

„Keine Ahnung, doch wir sollten uns vergewissern, dass dieses Tier sich nicht hier irgendwo aufhält, und uns das gleiche passiert!“ Antwortete Nabiel mit etwas pelziger Stimme. Nabiel leuchtete im Zimmer unter jede Bank, und jeden der primitiv zusammengenagelten Tische, und in jede Ecke, ging dann voraus in die leicht als solche zu erkennende Küche.

Danach kam wohl der Raum, den der tote Mann als sein Privatraum benutzte.

Wir gingen davon aus, dass der Tote der Besitzer dieser „Herberge“ gewesen war.

In diesem Raum gab es eine Pritsche, die aus vier Holzposten mit Rahmen, und dazwischen bespannten Stricken und darauf liegenden Segeltuchfetzen bestand.

Einen „Schrank“ der aus Paletten Holz gezimmert war. Einen Stuhl, so wie sie in dem „Gastraum“ auch waren.

In der Mitte des Raumes stand einer dieser groben selbst genagelten Tische.

Es war sehr unordentlich, alles, was der Inhaber dieser „Behausung“ wohl gehabt hatte, war nun auf dem Boden zerstreut, oder kaputt.

Hier hatte man etwas gesucht.

Wohl der Mörder des Mannes im „Gastraum“!

Ob er gefunden hat, was er gesucht hatte, blieb ein Geheimnis.

Auch vom Täter fanden wir keine Spur. Wir suchten um das verfallene Gebäude herum alles ab, bis wir sicher waren, dass wir keinen Fremden in unserer Nähe hatten.

Zurück im „Gastraum“ lag der erschlagene Mann und starrte uns mit seinen toten Augen an.

„Nabiel, was sollen wir machen, am besten wir hauen von hier ab!“ Mir war nicht wohl, und es war mir auch nicht geheuer in diesem „Resthouse.“

„Lass mich ein wenig nachdenken, ich möchte nicht, dass womöglich jemand, der uns auf der Weiterfahrt sieht, und dann hier herkommt, denken, dass wir mit dem tot des Mannes etwas zu tun haben.“

Das war einleuchtend, trotzdem wollte ich die Nacht nicht mit dem Toten in einem Raum verbringen.

„Nabiel, ich habe eine Kamera die ist sogar mit Uhrzeit und Datums Angabe, die hole ich, und wir machen Bilder vom Toten, so wie wir ihn gefunden haben. Dann können wir ihn doch rüber in den alten leeren Ziegenstall legen. Danach sehen wir weiter.“

„OK, gute Idee, hole die Kamera und wir machen die Bilder.“

Also holte ich den Fotoapparat und wir machten Fotos von dem Toten.

Ich hatte noch nie einen Menschen gesehen, welcher so grausam aussah, wie unser Toter.

Inzwischen hatte ich die „Küche“, mehr Abstellkammer, inspiziert und Kerzen gefunden. Auch eine Petroleum Lampe hing an der Decke, welche ich herunternahm und anzündete.

Wäre dieser grausame Fund nicht, ich könnte behaupten, dass es sehr romantisch sei. Doch die flackernden Kerzen, welche lange Schatten warfen, und der Tote dort auf dem Boden, war alles Andere als romantisch.

Ich überwand meine Abscheu und half Nabiel den Toten in den Ziegenstall zu tragen.

„So und was nun? Fahren wir weiter?“

„Schau Dir doch das Wetter an! So können wir nicht fahren!“

Tatsächlich hatte ich in meiner Aufregung wegen des Ganzen, nicht gemerkt, dass es wirklich einen Wetterumsturz gegeben hat.

Es war solch ein Wind, dass schon die ersten kleineren Steinchen durch die Luft wirbelten.

„Hm, ich muss mich wohl dem Schicksal beugen, und die Nacht in dieser „Traumvilla“ verbringen.“

„Wir werden die Nacht hier verbringen, einer kann schlafen, und der andere hält Wache. Ich möchte keinerlei unbemerkten Besuch!“

„Unmöglich, dass ich schlafen kann, ich werde die ganze Nacht – Wache  halten, und Du kannst schlafen!“ Erwiderte ich.

Doch Nabiel winkte nur ab.

„So, und nun hole ich eine Flasche Wein und etwas Proviant aus dem Jeep, und Du versuchst, von unserem Vorrat etwas Essbares zu machen.“

Gut, zumindest brauchte ich nicht in dieses Scheiß Wetter hinaus, wenn er das machte war das sein Wille.

Es dauerte nicht lange, und Nabiel kam mit Wein und unserer „Fressbox“, der Kiste mit unseren Vorräten zurück.

Nachdem ich mir einen kräftigen Schluck aus der Whiskyflasche, die auch in der Kiste war, genehmigt hatte, begab ich mich zur Feuerstelle in die „Küche.“

Aber ganz schnell verließ ich diesen Ort wieder und begab mich zu Nabiel, welcher an einem dieser Selbst gemachten Tische saß, und auch dem Whisky an den „Hals“ ging.

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Ein Glück, das wir so gut ausgerüstet waren, denn von diesem „Rasthaus“ konnte man nicht einmal einen Teller oder gar das Wasser benutzen. Und das bisschen an Nahrungsmittel, was wir entdeckten, war total verdorben.

Abwechselnd genehmigten wir uns noch ein paar tiefe Züge aus der Flasche, und kamen zu dem Entschluss, dass wir heute nur von mitgebrachten Dosensardinen unser Abendessen „zubereiten“ werden.

Wie besprochen legte sich Nabiel tatsächlich auf seinen Schlafsack, denn im Sack währe es viel zu heiß und schlief nach einer Weile ein. Ich nahm die Taschenlampe, löschte alle Kerzen und die Petrolampe, nahm einen der wackeligen Stühle, und begab mich, in die, dem Eingang, entgegengesetzte Ecke.  Setzte mich rücklings auf den Stuhl, benutzte die obere Kante als Kopfstütze und versuchte nicht einzuschlafen.

Seltsame Gedanken gingen durch meinen Kopf.

Von der Polizei gejagter Mörder, bis hin zu Opfer, selber von einem Beduinen erschlagen.

Wer war dieser Mörder?

Warum tötete jemand einen Menschen, der nichts hat?

War ein Streit vorhergegangen?

Ich werde es wohl nie erfahren! Sollte mir auch egal sein!

Der penetrante Geruch im Raum, Nabiels Schnarchen, meine Angstgedanken, der Tote im Ziegenstall! Der tobende Wüstensturm! All das ließ mir keine Ruhe. Ich wollte nur weg von diesem Ort. Wie sollte es weiter gehen? Nabiel wusste bestimmt eine Antwort, immerhin war er ein gedienter Offizier der ägyptischen Army gewesen.

Allerdings, bevor er das Tauchcenter in Sharm El Sheikh eröffnet hatte.

Ich hatte das Gefühl für die Zeit Verlohren, aber döste vor mich hin, nicht dass ich eingeschlafen währe, konnte ich gar nicht, durch meine unbequeme Lage, dachte ich!

„Good Morning Jürgen, “ hörte ich Nabiels Stimme und zuckte zusammen, “Ist my thörn to wach, you can get a napp.“

Da ich doch verdammt Müde war, legte ich mich nun auf den Schlafsack, und war auch sofort eingeschlafen.

Ein Wort an den Autor?                                 **********

VON ISMAILIA Nach MARSA MATRUH

 Die Fortsetzung meines Reiseberichtes.  

Meine Reise zur Oase Siwa.
Meine Reise zur Oase Siwa.

Durch das Nildelta nach Alexandrien

Den Suezkanal selber konnte man noch nicht sehen, aber die Aufbauten der Ozeanriesen von Weitem erkennen.

Das erste Mal, als ich diese Schiffsschornsteine sah, dachte ich an eine Fata Morgana. Denn ein Öltanker mitten in der Wüste? Kann doch nicht sein!

Der Kanal selber ist einige Meter tiefer, vom Aushub der Fahrrinne ist am Ufer so eine Art Damm entstanden.

Das Übersetzen zur anderen Seite klappte wunderbar. Unser Jeep und noch acht andere Fahrzeuge hatten genügend Platz auf der mini Fähre.

Für die Einheimischen Beduinen aus dem Sinai war die Überfahrt gratis.

Wir mussten ein Ticket lösen.

Es handelte sich nur um einen kleinen Betrag.

Auch das Benzin war für umgerechnet 40 Deutsche Pfennige pro Liter sehr angenehm. Wenn man aber weiß, dass ein Hotelangestellter aus Küche oder Service ca. 50,- DM im Monat nach Hause bringt, weiß man, woher für uns Europäer, die „Niedrigen“ Preise kommen.

Am Anfang störte mich dieser große Unterschied der Bezahlung zwischen Einheimischen und Ausländern gewaltig!

Doch inzwischen hatte ich mich daran gewöhnt, dass es einen Unterschied gab.

Sogar berechtigt!

Von Ismailia aus konnten wir das grüne Nildelta mit seinem üppigen Wuchs bewundern. Über kleinere Straßen, die mit Esel gezogenen Fahrzeuge, und mit kleineren Treckern bevölkert waren, kamen wir mit dem Jeep gut voran.

 

Dorf Bewohner im „Delta“

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                      Ein typisches „Taubenhaus“

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Nun mussten wir nur noch die 280 Km über Tanta nach Alexandrien fahren.

Es gab auch die Alternative, dass wir über Port Said und an der Mittelmeerküste entlang fahren könnten.

Doch Nabiel entschied, dass wir die kürzere Strecke nehmen, die über Tanta.

Trotzdem brauchten wir noch über 5Stunden bis wir in Alex ankamen. Auf dem Sinai konnten wir schneller fahren, denn es gab fast keinen Verkehr. Doch hier im Delta war halb Ägypten unterwegs. Die andere Hälfte war wohl in Kairo.

Bei Nabiels Familie gab es einen herzlichen Empfang!

Und ein Abendessen, wobei ich das Gefühl hatte, dass das Mittelmeer leergefischt worden war.

Ein Reigen an Seefrüchten wurde aufgetischt, wo ich sicher bin, ein Fünf ***** Hotel hätte dies nicht besser machen können. Von Seeigel, (meine Spezialität) über Goldbarsch, Kalmar, Sardinen, Dorade, bis hin zur Seezunge.

Dazu Salate, Reis und frisches Brot.

Und als Nachtisch eine riesen Melone und Mangos.

Erst weit nach Mitternacht, schon halb tot, konnte ich in mein Bett.

Mir war es immer ein Rätzel, wie konnten die Orientalen noch so spät, so viel und auch so fettig Essen!

Sie Rauchen zu viel nehmen zu viel Zucker am Tage zu sich, Essen zu spät, Essen zu viel und keiner hat Probleme mit Herzinfarkt oder Burn-out oder ähnlichen Beschwerden.

Na ja, die meisten haben doch zu viele Kilo mit sich herum zutragen. Es stört aber keinen!

Drei Tage war ich nun Gast bei Nabiels Familie und diese wollten sichergehen, dass ich Alexandrien auch „richtig“ kennenlerne. Nach diesen Tagen gab es wohl kaum ein Restaurant oder eine Sehenswürdigkeit, welche ich nicht kennengelernt hatte.

Nabiel kam sehr überraschend mit dem Vorschlag, dass wir eine Reise zur Oase Siwa unternehmen könnten. Ob ich Lust hätte.

Und ob ich Lust hatte!

Wir planten unsere Abreise nach Siwa und machten uns und den Jeep reisefertig.

 

      Die „Internationale Coast Road“

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                    Alexandrien – Marsa Matruh

Am nächsten Tag waren wir schon sehr früh nach Marsa-Matruh unterwegs.

Für einen Deutschen, eventuell auch Italiener oder Engländer, war es einfach ein MUSS, in El-ALAMEIN das „Kriegsmuseum“ und den „Heldenfriedhof“ zu besuchen.

El Alamein

Nur wer im Sommer schon einmal in dieser Gegend gewesen ist, kann Erahnen, was die Soldaten, egal auf welcher Seite sie gekämpft hatten, erleiden mussten!

Entbehrungen, Hitze, Durst, Staub und immer und überall, den Tod vor Augen!!

https://de.wikipedia.org/wiki/El-Alamein

In meiner Urlaubsstimmung wollte ich nicht länger über Kriegsschauplätze wandern und trübselige Gedanken haben. Also bat ich Nabiel, dass wir doch weiter fahren sollten. Was auch ihm angenehm war.

Eine Weile diskutierten wir über Krieg und den Wahn, einen solchen zu führen.

Nabiel meinte dann doch noch:

“Jürgen, wir Ägypter währen so froh gewesen, wenn Ihr deutschen diesen Krieg gewonnen hättet! Stell Dir vor, was es dann für eine „Länderverteilung“ gegeben hätte!“

Für einen Moment musste ich nachdenken, was er wohl damit meinte. Doch dann dämmerte es!

„Meinst Du Israel?“ Fragte ich zurück, und Nabiel nickte nur kurz mit dem Kopf.

Es gab noch eine lange Diskussion über Israel, England, Krieg und Frieden. Ich kannte die Einstellung der Ägypter zu Israel, Nabiel gehörte noch zu den Gemäßigten, und so war es nicht all zu schwer, das Thema zu wechseln.

Doch die Soldaten von einst würden das heutige El Alamein nicht wieder erkennen.

Schon gleich hinter Alex wurde an der ganzen Küste gebaut.

Von der Küstenstraße in Richtung Libyen, alles Rechts davon, bis hin zum Strand des Mittelmeeres, gab es Neubaugebiete.

Nabiel erklärte mir, dass diese Gegend für den ägyptischen, einheimischen Tourismus geschaffen wurde.

Auch Araber aus den Golfstaaten und Saudis kauften hier Land, um solche Anlagen zu bauen.

Klar, die Reichen Araber, die zuhause ihren „Lebensstiel“ nicht verändern durften, aber hier in Ägypten dann, Ihre sauf Orgien veranstalten konnten.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dies nur für den einheimischen Markt gebaut wurde. Denn wie viele Ägypter konnten sich leisten, in solchen Palästen zu leben?

Hier baute man feinste Urlauber Paradiese.

Auch nach El Alamein war die Küste ein einmaliges Naturwunder.

Die sogenannte „Internationale Coast Road“ war in einem sehr guten Zustand, deswegen kamen wir sehr gut voran.

Die zweihundert Kilometer nach Mersa-Matruh schafften wir noch vor der Dunkelheit.

Die Dörfer Sidi Rahman, Sidi Mousa und Haroun, waren von dem Bauboom noch nicht angesteckt.

Doch war ich mir sicher, dass es nicht mehr lange dauern würde, und auch diese schöne Küste wird ein „Bagger Schlachtfeld“. Um danach den reichen Arabern als Urlaubsresort zu dienen.

Das komische an der ganzen wunderschönen Küste ist, dass ich nicht einen einzigen Menschen am, oder im Wasser, gesehen habe. Nabiel erklärte mir, dass die meisten Einheimischen nicht ins Meer gehen, sie haben ganz einfach Angst. Und die Saudis sind total Wasserscheu.

Wir erreichten Marsa Matruh noch vor Sonnenuntergang.

Natürlich wusste Nabiel etwas außerhalb von der eigentlichen Stadt, ein wunderschönes kleines Hotel, direkt am Meer, wo wir dann auch über Nacht blieben.

Doch ich konnte nicht Wiederstehen und gönnte mir ein Bad im Mittelmeer.

Es war nun schon Dunkel und Ägypter, welche am Strand herumstanden, oder Spazierten, waren entsetzt.

Ich verstand dann auch ganz schnell warum.

Ein fürchterliches Brennen am Bauch war dann auch der Grund, warum ich sehr schnell das Wasser verließ.

Eine Feuerqualle hatte ihre Freude gehabt und mich etwas am Bauch „gekitzelt“.

Klar, dass die Stelle sofort feuerrot wurde, und gebrannt hat wie „Feuer.“

Dieses Miststück hatte ganze Arbeit geleistet und ihrem Namen alle Ehre gemacht!

Nun, spätestens jetzt, war mir klar geworden, warum kein Einheimischer sich das Antun wollte.

„Jürgen, wir sind hier nicht in Sharm El Sheikh, wo es fast keine solchen Quallen gibt, hier ist das Mittelmeer, und die Quallen sind hier, besonders aggressiv!!

„Ist schon gut, ich bin ja noch sehr lernfähig, aber muss es denn gleich so schmerzhaft sein?“

„Du wolltest ja wieder klüger sein wie die Ägypter, ihr Europäer seid ja immer klüger!“Denk daran, wir haben die Pyramiden gebaut!“ Sagte er lachend.

„Nee, nee, das waren keine Ägypter, dazu ist ein Ägypter nicht in der Lage!

Ich habe Erfahrung genug mit Deinen Landsleuten gesammelt“ erwiderte ich und fügte hinzu:

“Die Erbauer kamen bestimmt von einem anderen Planeten, haben die Pyramiden in Gizeh gebaut und sind dann über Güamar auf der Insel Teneriffa, weiter nach Mexico!“

Da wir uns in Englisch unterhielten und ich absichtlich etwas lauter sprach, erntete ich ein paar nicht so wohlwollende Blicke. Um es wieder gutzumachen, erzählte ich folgende Geschichte:

>Nabiel, ein Japaner und ein Ägypter stehen vor der Cheops Pyramide und der Ägypter zeigt auf das Bauwerk und sagt zum Japaner.

„Siehst Du, was wir alles schaffen können! So etwas habt Ihr in Japan nicht! Niemand kann die Pyramiden nachbauen!“

Da kommt ein Deutscher dazu und mischt sich ins Gespräch und erklärt, dass die Deutschen einen Kran gebaut haben, welcher die Pyramiden Hochliften kann und woanders wieder hinstellen kann!

„Unmöglich“ schreit der japs.

„OK“ meint der Deutsche „Kommt Morgen und der Kran ist hier und Ihr werdet es sehen!“ Am nächsten Tag liftet der Deutsche mit seinem Kran die Pyramide an!

Es dauert eine Weile und die Pyramide ist einen Meter in der Luft! Der Japaner bückt sich und schaut unter die Pyramide.

„Hallo Ihr beiden, kommt und seht Euch hier den Boden der Pyramide an!Was seht Ihr?

Schaut was steht da auf der Unterseite der Pyramide?“Die beiden bückten sich und sahen die Schrift, da stand ganz deutlich zu lese      „Made in Japan                          Ich erntete ein allgemeines Gelächter, doch niemand war wirklich überzeugt, dass es ein guter Witz war. Nachdem wir unser etwas verspätetes Abendessen hatten, begaben wir uns auf unser Zimmer. Es dauerte nicht lange und ich war im Reich der Träume.

Durch ein nicht so sanftes Rütteln an der Schulter wurde ich wach, und blickte in Nabiels grinsendes Gesicht.

 

Nur noch 70 Km bis zur OASE SIWA

Siwa

Die Wüstenstraße zur OASE SIWA

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„Ist time“ sagte er nur und verließ das Zimmer. Unser Frühstück war wieder einmal eine Besonderheit. Dass die Ägypter, überhaupt die Orientalen, und auch die Asiaten, solche Mengen an Frühstück in sich hinein stopfen können, ist für mich schon wieder unfassbar.

Für zwei Personen war ein Tisch gedeckt, welcher in Europa auch für eine sechsköpfige Familie gereicht hätte. Ich hätte gerne auf vieles verzichtet, wenn es nach meinen Vorstellungen, einen guten Filterkaffee gegeben hätte. Leider gab es nur den Ägyptischen löslichen Pulverkaffee mit lauwarmem Wasser zum selber aufgießen, und kalte, aus Milchpulver angerührte Milch.

Ich war einfach kein Fan von Tee, nicht hier in der „Zivilisation“ denn hier gab es auch nur heißes (lauwarmes) Wasser mit Teebeutel. Ganz anders war es da in der Wüste bei den Beduinen.

Bei den Wüstenmenschen gab es einen richtigen Tee, so wie ich ihn mochte.

Auch in Indien und Ceylon war der Tee mein Lieblingsgetränk, dort hatte ich das Teetrinken schätzen und lieben gelernt.

Nabiel schlürfte seinen lauwarmen Tee mit Genuss.

„Nabiel, müssen wir all das Zeugs, was hier auf dem Tisch aufgebaut ist auch bezahlen?“ fragte ich und ein heftiges Kopfnicken besagte wohl, dass es so ist.

„Also darf ich auch all das Obst und die kleinen, abgepackten Feigenmarmeladen einpacken?“

„Nimm, was Du meinst, wir könnten es unterwegs gebrauchen“         und ob ich genommen habe.

OK, wir hatten schon am Tage zuvor unseren Jeep mit all den Sachen, welche wir für den Siebentage Trip brauchten, eingeladen. Gelernt hatte ich, das, was man hat, das hat man!

Gerade wenn man für einige Tage einen Wüsten -Trip  machen will, sollte man gute Vorbereitungen gemacht haben.

Und trotzdem merkt man erst, nach dem man in der Wüste ist, dass man gewisse Sachen vergessen hat, oder ganz einfach nicht eingepackt hat.

 

Der Link zu mehr Info über die Oase Siwa:

https://de.wikipedia.org/wiki/Oase_Siwa

Der Link zum Buch:

http://www.amazon.de/gp/product/B00DH0TXTY?*Version*=1&*entries*=0

DIE REISE ZUR „OASE SIWA“

Die Reise zur Oase Siwa

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Eine Geschichte aus Ägypten,Erzählt von

Jürgen Stollin©

Das Buch

Die Geschichte handelt zur Zeit, da der Autor in Sharm El Sheikh/Sinai-Ägypten, in einem Touristenhotel als Küchenchef arbeitete.

Dieses Werk des Autors hat Fotos aus den 80er Jahren.  Nicht alle Fotos sind mit dem heutigen technischen Stand zu vergleichen. Die Fotos sind alle Eigentum des Autors. Auch wird darauf hingewiesen, dass die erwähnten Personen, keine Realpersonen sind. Die Schauplätze der Handlung dagegen sind Original und Real.

Der Autor

Hier erzählt der Autor, der auch seine Biografie geschrieben hat, kleine Episoden aus seinem Leben.

http://www.amazon.de/Mein-Traum-frei-sein-Geschichten/dp/1482708205/ref=pd_ecc_rvi_1

Doch hier, anders wie in seiner Biografie darf man schon einmal an der „Geschichte“ zweifeln. Soviel Spannung kann ein Leben, auch wenn man noch so abenteuerlich unterwegs ist, nicht erleben!

Oder doch?   Finden sie es heraus!

 

 Alle ©Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Vervielfältigung jeglicher Art, des Nachdrucks, der Übertragung durch TV und Rundfunk sowie der Vorbehalt zur Nutzung durch elektronische Systeme in Wort und Bild.

©Copyright by Juergen Stollin

Die Reise zur „OASE SIWA“

Alle kennen wir das Sprichwort: Wenn einer eine Reise (tut) macht, dann kann er was erleben. Oder auch erzählen.

Was kann da unterhaltsamer sein, wie von Sonnenschein, Liebe und gutem Essen den Daheimgebliebenen, zu erzählen.

Sonnenschein kann man als Uraubsmitbringsel nicht einfangen.

Die Liebe? Entweder man ist schon mit seiner/seinem Liebsten in den Urlaub gefahren, oder man hält lieber den Mund.

Kaum, dass man eine Liebe als Neuanschaffung aus dem Urlaub mitbringt.

Also bleibt da doch nur noch die Erfahrung des Guten! Zum Beispiel das besondere Essen.

Für diejenigen, die im Ausland nicht auf ihr Schnitzel oder die Schweinshaxe verzichten können, für die ist es besser dass sie sich nicht von Europa entfernen. Doch für die Entdecker, für die Gourmets, die während des Urlaubs ein Land von einer anderen Seite kennenlernen möchten, ist das Reisen sehr empfehlenswert.  Zum Beispiel, ein orientalisches Land mit seinen Köstlichkeiten, und edlen Landesprodukten auf dem Gaumen zu genießen. Das ist doch ein besonderes Uraubserlebnis! Aber erfahrungsgemäß hat man dieses Erlebnis in einem Hotel oder Restaurant, aber ohne die Möglichkeit, dem Koch auf die Finger, in den Topf, oder in sein Rezeptbuch zu schauen.

Da ich in meiner langjährigen Reisezeit den Köchen und auch dem Service Personal, immer eine kleine „Aufmerksamkeit“ zukommen ließ, brachte es mir auch den nötigen Kontakt, um Fragen, und auch „Einblicke“, in das Reich der Küche zu bekommen.

Doch meine Geschichte handelt nicht nur vom Essen, obwohl es wohl das Zweitwichtigste im Urlaub sein kann.

Die Chance, mit einem Ansässigen sein Land zu erforschen, ist nicht immer gegeben, doch ich hatte dieses Glück, mit einem Insider vom Sinai aus, zur Oase Siwa zu reisen.   Doch bis zu den Beduinen in der Oase Siwa passierte noch viel Unerwartetes.

Siwa 

Da soll unsere Reise hingehen! Zur OASE SIWA

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 Dieses Foto wurde auf dem Sinai gemacht.

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Auch diese Fotos sind vom Sinai.

Nuweiba, der Fährhafen nach Aqaba/Jordaniendtp_3598471_USER_CONTENT_2_CCND4B44PXEGSQ5NRFY0.009

Auch ein Jeep hat‘mal einen Platten

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Damit meine Freizeit, die auch mir zustand, nicht zu langweilig wurde, hatte ich mir einen Jeep gekauft, mit dem ich zu jeder freien Stunde in die Wüste und die Berge vom Sinai fuhr.

Zu dem Abenteuer in die Oase Siwa, hatte mich mein ägyptischer Freund Nabiel verführt! Nabiel besaß in Sharm El Sheikh ein Tauchcenter. Nabiel hatte mich spontan eingeladen, und mich überzeugt, für einige Tage zu ihm nach Alexandrien zu kommen, von Siwa war zu dieser Zeit noch keine Rede.

Es gelang mir, für eine unbestimmte Zeit, beurlaubt zu werden.

Mein Jeep war sehr schnell mit den nötigen Sachen, die ich immer für eine Reise in die Berge oder die Wüste parat hatte, gepackt.

*****

Die Fahrt über das Tiehn Hochplateau

Man sagt ja: Viele Wege führen nach Rom. Doch von Sharm El Sheikh nach Alexandrien hat man eine solche Auswahl nicht.

Entweder nach Süden, über El Tur zum „Ahmed Helmy Tunnel“ und über Kairo!

Das war die einzige Möglichkeit den Sinai per Straße zu verlassen.

Doch es gab auch die Möglichkeit, den Suezkanal bei Ismailia, mit einer Fähre zu überqueren.

Und diesen Weg, durch das gebirgige Gelände an Dahab vorbei, bis Nuweiba, und weiter über Naghl, und das Tiehn Hochplateau um auf der neu gebauten Straße nach Ismailia zu gelangen.

Hin und wieder konnte man die Überreste des Ägyptisch-Israelischen Konflikt aus dem Jahre 1968, in Form von verrostetem Kriegsmaterial erkennen.

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Es gab kaum Verkehr, außer hin und wieder ein Bus, der von Kairo kommend, nach Nuweiba zur Fähre nach Aqaba/Jordanien unterwegs war. Oder den entgegengesetzten Weg fuhr. Diese Reise, von Aqaba nach Kairo hatte ich schon „Genießen“ dürfen.

Bei den Businsassen handelte es sich meist um ägyptische Fahrgäste, die wohl in Jordanien arbeiteten. Es gab kaum Touristen, die diese Route benutzten.

Die Qual, bis zu 10 Stunden in diesen Bussen zu verbringen, dann auch noch das Gedränge zur Fähre wollte sich kein Tourist zumuten. Bis auf einige „Backpackers“ also „Rucksack-Touristen.“

Oder meiner Persönlichkeit, bei der Ausreise von Jordanien.

Zu lesen in meinem E-Buch:

Mein Traum frei zu sein eBook: Jürgen Stollin:  Amazon.de: Kindle-Shop

   Am Schatten sieht man, warum ich Durst habe

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       Kriegs Überreste, Schuhe und Kanonen. 

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Immerhin hatten wir in dieser Gluthitze, von Sharm bis hier, doch fast 600 Km. Zurückgelegt, und waren dementsprechend geschafft. Es gab da keine Frage, hier auf dem Sinai, noch vor dem Kanal, oder vor Ismailia, würden wir unser Lager aufschlagen und übernachten. Die letzte halbe Stunde schauten wir uns schon nach einem geeigneten Plätzchen um. Endlich hatte Nabiel etwas abseits der Piste eine kleine Oase mit fünf Palmen erblickt, und riet mir, dahin zu fahren. Ein wunderschöner Platz um die Nacht zu verbringen.  Nabiel war in puncto Wüste, ein erfahrener Fuchs, das wusste ich. Wenn Nabiel der Meinung war, dass dies ein perfekter Platz war, dann war es auch so. Und Nabiel sagte:

“Jürgen, hier bleiben wir für die Nacht und machen UNS jetzt ein gutes Abendessen.“

Die Betonung auf UNS hätte er sich ersparen können. Denn jeder wusste, dass es in der Wüste keinen anderen Koch als den Jürgen gab.

Selbst Beduinen waren über meine arabisch/indische Küchenerfahrung überrascht.

So wie er das Terrain kannte, so wusste ich, wo man einkauft, und wie man die Zutaten zu einer schmackhaften Speise verarbeitet.

Ganz einfach! Ich war der Koch.

Den Tag über begnügten wir uns mit belegten Broten und kalten Hähnchenteilen, welche ich schon vor unserer Abreise in Sharm El Sheikh zubereitet hatte.

Also fuhr ich zu diesen Palmen und hatte noch vor Sonnenuntergang ein perfektes Menü gezaubert.

Auf unserem mitgebrachten Holzkohle-Grill legte ich die herrlich gewürzten, noch in Sharm gefertigten Shish-Kebab und Kofta-Kebab, und kochte den Reis.

Dazu gab es gegrillte Tomaten, Paprika und Chilis, so wie Fladenbrot und reichlich Rotwein.

Inzwischen war die Sonne im Wüstensand verschwunden und die Dunkelheit brach sehr schnell herein.

Nabiel entfachte uns ein kleines Lagerfeuer und im Schein der Flammen erzählten wir uns Geschichten.

Jeder Mann hat Geschichten zu erzählen. Bei Frauen sagt man sie „Tratschen“. Männer „Erzählen!“

                 Im Reich der Skorpione

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 Die Skorpion Familie

„Oh, mann, schau, da ist ein Skorpion!“ Entfuhr es mir und ich zeigte Nabiel meine Entdeckung.

„Lass mal, der verschwindet wieder, der mag uns nicht. Schau, der hat so viel Platz in der Wüste, warum sollte er sich ausgerechnet bei uns wohlfühlen?“

Der Skorpion verschwand wirklich. Doch nach zwei Minuten kam er wieder.

Irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl bei dem Vieh.

Ich bin nicht der Typ, welcher bei jeder Kakerlake oder anderem Kleingetier losbrüllt, und das arme Vieh tötet. Doch hier war ein Notfall, sozusagen ER oder ICH!

Ich entschied mich für IHN.

„Nabiel den kriegen wir nicht los! Ich mache ihn jetzt kalt, ich töte ihn, bevor er das mit uns macht.“

Meine Stimme musste in Nabiels Ohren wie ein Schrei geklungen haben.

„Nix wirst Du totmachen! Auch diesen Skorpion nicht!“ erklärte er mir.

„Du nimmst jetzt Deinen Spaten vom Jeep und wirst diesen Skorpion damit in die Wüste zurücktragen!“

Vorsichtig näherte ich mich dem Tier und lud es auf den Spaten und schleuderte es mit einem kräftigen Ruck zurück in die dunkle Nacht! „Nabiel, hier bleibe ich nicht! Wir sollten doch besser nach Ismailia, und dort Übernachten.“

„Mann, das ist nur einer und der ist jetzt fort.“Erwiderte Nabiel und legte sich ganz demonstrativ in seinen Schlafsack.

„Nein, da sind bestimmt noch mehrere“ versuchte ich meine Angst zu verteidigen.

Mir war immer noch nicht geheuer. Ich traute der Sache nicht.

Eine Zeit saß ich am Feuer und genehmigte mir noch einige Schlucke Wein.

Diese Stille war einfach herrlich.  Das kleine Feuer, welches einen so angenehmen Schein verbreitete verführte mich zu sentimentalen Gedanken, doch die Realität kam sofort zurück.

Denn in diesem Schein, des fast heruntergebrannten Feuers, sah ich noch einen Skorpion!

„Naaabiieel! Ein Skorpion! Er will in Deinen Schlafsack“ schrie ich in die Nacht.

Er wollte natürlich nicht in den Schlafsack. Er ging geradewegs zu dem Feuer und machte kurz davor halt, wohl um sich zu orientieren.

Nabiel kam aus seinem Schlafsack gekrochen und setzte sich neben mich.

Nun beobachteten wir beide was wohl der Skorpion machen würde. Er wollte wieder zurück in die Wüste, doch dann überlegte er es sich und versuchte unter den Wasserkanister zu kriechen.

„Hey Du weißt, was zu tun ist, nimm den Spaten“.

Auch dieser, mir kam die Idee es könnte der gleiche von vorhin sein, endete mit einem kräftigen Schwung in der dunklen Nacht!  Gefahr gebannt!

Nabiel erklärte mir, dass dies ein Pärchen gewesen sei, und somit die Gefahr für uns beseitigt währe.

Ich kam mir doch etwas verloren vor, wie viel Skorpione sollte ich in dieser Nacht noch in die Wüste zurückschicken?

Warum kamen die dummen Viecher überhaupt zu uns? Nabiel sagte doch die hätten so viel Platz in der Wüste.

Ich könne nun auch in meinen Schlafsack kriechen und ruhig sein.

Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen kam der nächste Skorpion in Richtung Feuer gelaufen.

„Nabiel, und was ist dies? Fragte ich“.

Als Antwort bekam ich, dass dieser nur ein Kind der anderen zwei sei.

„Mir egal, und wenn ich eine ganze Skorpion Familie ausrotten muss, mir reicht es!“Schon kam der Spaten in Aktion! Aber nicht um den Skorpion darauf zu packen, nein dieses Mal wollte ich ihn mit dem Spaten erschlagen!

„Jürgen, tue das nicht, wenn Du einen tötest, kommen zig zur Beerdigung! Die Viecher sind wie eine große Familie!“

Also drehte ich den Spaten um, und hob das Tier auf die Schaufel und brachte es wieder einige Meter weg, um es in die Wüste zurück zu befördern.

„Erledigt!“ sagte ich nur und holte die dritte Flasche Rotwein hervor.

Nabiel war in seinem Schlafsack eingeschlafen, bevor die Flasche alle war.

Mein Gott hat der ein Vertrauen zur Natur.

*******

Ich schaffte es nicht, in meinen Schlafsack zu kriechen, um auf dem Boden zu schlafen. Zuerst versuchte ich es im Jeep.

Doch die Hitze und die Moskitos verhinderten ein Einschlafen. Nun war das Feuer aus und die Nacht war nur vom Mond erhellt.

Es war so schön, dass ich mir noch eine Flasche Wein gönnte.

Nun saß ich ganz alleine und ganz still und beobachtete die Wüste vor mir. Ich genoss den Wein und sah auch keine Skorpione mehr. Das machte mir Mut. Und nun merkte ich auch, dass ich vor Angst die Skorpione fast getötet hätte.

Doch mir war auch klar, wenn man schon in das Reich der Tiere eindringt, ist es nicht nötig, sie zu töten .

Es gibt immer Wege mit der Natur zu leben. Der Wein brachte die Müdigkeit und ich vergaß alle Skorpione auf der Welt, und kroch in meinen Schlafsack und war schnell eingeschlafen. Beide überlebten wir diese Nacht. Doch dann bei Tageslicht sahen wir, wo wir unser Lager aufgeschlagen hatten. Die Spuren von Skorpionen, Schlangen und anderem Getier waren ganz deutlich als Abdrücke im feinen Sand zu sehen!

   Der Abzweig nach Israel oder nach Kairo

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 Die kleine Oase war die Tränke für diese Tiere. Es war zwar kein Wassertümpel, doch feucht genug für diese Tiere um sich in der Verhältnis kühlen Nacht ihren Wasservorrat zu holen. Und wir lagerten genau in ihrer Bahn, um dorthin zu kommen. Das Feuer hat dann noch die Neugierde der Skorpione geweckt. Auf ein Frühstück verzichteten wir. Ich war zu „Groggy“ um Feuer zu machen.

Ismailia war  nun unser nächstes Ziel.

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Hier der Link zum Buch:

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Noch mehr SIWA:

https://www.google.es/search?q=Die+Reise+zur+Oase+Siwa&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=_dDFUbyFDaPX7Aa2pYD4Bw&ved=0CDUQsAQ&biw=1026&bih=638

Das Große Geld und eine Reise in die Freiheit?

Das Große Geld und eine Reise in die Freiheit

Hier wieder ein „Blick in mein Buch“

Vor der grpßen Reise.

Mit diesem Mercedes 230er Model ging die Reise im Jahr 1969 nach Ceylon!

….da erschien mein Kobold mal wieder und wollte nicht nur in eine andere Stadt ziehen, sondern gleich in ein anderes Land. Also sagte ich meinen Lieben, dass wir Deutschland verlassen würden. Große Augen. Viele Fragen. Und ich gab bekannt, dass wir nach Ceylon fahren würden. Das Wort „fahren“ sorgte für Irritationen. Jawohl, ich würde ein Auto kaufen und damit würden wir nach Ceylon fahren. Dort würden wir neu anfangen, das Auto verkaufen oder auch behalten, das käme darauf an, welche Art von Arbeit oder welches Geschäft ich machen würde.

Also kaufte ich einen gebrauchten weißen Mercedes 230 mit Klimaanlage und ließ ihn in einer kompetenten Werkstatt auf Herz und Nieren überprüfen. Auf Drängen der Schwiegermutter sollten wir noch zuvor nach Lourdes in Frankreich fahren, damit sie sich ihren Segen holen konnte. Für mich war das eine Prüfung für mein Auto. Aber das Auto machte die Reise ohne Probleme.

Dafür hatte die Schwiegermutter welche; sie musste sich einige Male übergeben. Schuld wären meine Fahrweise und die Kurven, meinte sie.

Wieder in Offenbach machten wir uns reisefertig. Einem Kumpel, den ich vom Taxifahren her kannte, erzählte ich von meinem Vorhaben. Zuerst sagte er, ich sei übergeschnappt, doch dann wollte er mitfahren. Also hatte ich einen Beifahrer und wir konnten uns mit dem Fahren abwechseln. Die Pässe wurden gemacht und ein „Carnet de Passage“ beim Automobilklub beantragt. Dieses Dokument garantierte, dass das Auto aus einem Land nach der Einfuhr auch wieder ausgeführt werden dürfte, es sich also um eine „vorübergehende zollfreie Einfuhr“ handelte.

Meine Frau konnte sich nicht verkneifen zu erklären, dass sie überglücklich sei, aus Deutschland wegzuziehen. Denn Deutschland sei sowieso „nix gutes Land, immer viel Ärger mit Ausländerpolizei, mit Arbeitsamt. Sozialamt auch nicht gut, gibt schlechte Wohnung und in Straßenbahn und Supermarkt Leute immer so böse gucken.“

Diese Probleme kannte in Ceylon niemand. Denn es gab weder ein Arbeitsamt, noch ein Sozialamt, wo man unfreundlich empfangen werden würde. Eine Straßenbahn gab es auch nicht, man fuhr Taxi und der Polizei gab man einige Rupien und konnte dann machen, was man wollte. Und „Leute immer froh und lachen, auch wenn nicht so viel Geld haben wie Deutsche. Ceylon Paradies!“ Damit konnte sie Recht haben.

Auf die Frage, warum sie damals mit mir nach Deutschland gegangen sei, antwortete sie, dass sie damals dumm gewesen ist. Ich dachte anders darüber: Sie war einfach berechnend und hatte mich nur für die Reise in den „goldenen Westen“ benutzt. Sie wiederum warf mir vor, sie hätte wegen mir die Chance verpasst, Salim mit dem Edelsteingeschäft zu heiraten. Arme Irre – wusste ich doch, dass Salims Familie nie eine „Nicht-Muslimin“ akzeptiert hätte.

Hätte Chitra mich mal gefragt, warum ich sie mit nach Deutschland genommen hatte, ich hätte ihr geantwortet, dass ich sie geliebt habe und immer noch liebte. Der arme Irre war wohl ich…

Irrsinnig war ja auch die Idee, zusammen mit der zweiundsechzigjährigen Schwiegermutter meiner Frau, unserer zweijährigen Tochter und meinem Kumpel Dieter in einem Auto von Offenbach nach Colombo zu fahren.

Die Vorbereitungen liefen, ich kaufte Reiseschecks, versteckte eine gewisse Summe des Bargeldes im Auto, den Rest in der Tasche, bepackte den Mercedes und die Fahrt begann. Einen Nachmieter für die Wohnung hatte ich gefunden, dem ich nun die Schlüssel übergab. Es gab kein Zurück mehr. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, was auf mich zukam, wäre ich keinen Meter in Richtung Ceylon gefahren.

Mein Freund Dieter hatte die Befürchtung, dass der Mercedes diese Tour nicht aushalten würde. Ich beruhigte ihn und erklärte, dass ich genug Geld hätte, um eventuell mit dem Flieger weiterzukommen. Vielmehr Angst hatte ich um meine kleine Tochter, denn bei der kleinsten Erkrankung hätte ich mein Vorhaben abbrechen müssen und wäre zurück nach Deutschland geflogen.

Von meinen Eltern konnte ich mich erst in Österreich, am Mondsee verabschieden. Sie waren mit unserer älteren Tochter dorthin in den Urlaub gefahren. Da es kein größerer Umweg war, besuchten wir sie und die Überraschung war groß. Erstaunt, uns mit meinem Freund und der Schwiegermutter zu sehen, dachte meine Mutter, es sei ein Scherz, dass wir nach Ceylon fahren wollten. Doch bei meinem zweiten Überzeugungsversuch merkte sie, dass ich es ernst meinte. Aus Erfahrung wusste sie, dass ich bereits schon viele scheinbar unmögliche Dinge in die Tat umgesetzt hatte.

Irgendwie waren Vater und Mutter froh, dass Chitra und ihre Mutter in das Land zogen, in dem der Pfeffer wächst. Vater nahm mich beiseite und sagte, dass es wohl für alle das Beste sei. Mutter befürchtete nur, dass ihr die Kleine fehlen würde. Auch machte sie sich Sorgen wegen dieser langen Reise und fragte, ob mir klar wäre, welche Verantwortung ich mir aufgebürdet hatte? Beruhigen konnte ich sie nicht, aber ich versprach ihr, dass ich sehr umsichtig sein würde. Dem allen machte ich ein Ende, indem ich zum Aufbruch drängte.

Wir fuhren weiter. Da ich die Strecke sehr gut kannte, kamen wir zügig voran. Bis Istanbul hielten wir es im Auto aus, doch dort gönnten wir uns ein kleines Hotel am Sultan-Achmed-Platz, was uns allen sehr gut tat. Auch besichtigten wir die berühmte Hagia Sophia, die Moschee, die einst eine christliche Kathedrale war. Danach war ein richtig gutes türkisches Essen angesagt und nichts wie ins Bett. Sofort war ich eingeschlafen.

Die Überraschung kam am nächsten Morgen mit der Entdeckung, dass mein Mercedes auf Ziegelsteinen aufgebockt war. Zweimal musste ich hinsehen, bevor ich es glauben konnte. Wir hatten verhältnismäßig viele Sachen im Auto gelassen. Doch es war nicht aufgebrochen worden, es fehlten „nur“ die Räder.

Natürlich wusste das Hotelpersonal nichts, keiner hatte auch nur das kleinste Geräusch gehört und auch nichts gesehen. Jemand hatte mir vom Mercedes die Reifen abmontiert, ohne dass es bemerkt worden war, das war kaum zu glauben!

Ein Junge kam von der anderen Straßenseite zu uns herüber und meinte, dass er wüsste, wo ich solche Räder kaufen könnte. Der Kleine sprach sogar etwas Deutsch und gab mir zu verstehen ihm zu folgen. Er lotste mich durch einige Gassen und zeigte mir eine Autowerkstatt. Dann verschwand er so leise, wie er gekommen war. Der Türke, wohl der Besitzer der Werkstatt, zeigte auf einen Stapel von vier Reifen mit Alu-Felgen. Diese Räder sahen nicht nur aus wie meine, es waren meine! Das sah ich sofort. Ich machte den Fehler und sagte laut, was mir aufgefallen war. Jetzt wurde der Besitzer laut und regte sich auf, dass ich ihn womöglich für einen Dieb halten würde. Diese Reifen seien sein Eigentum und er würde sie mir für fünfzig Dollar das Stück verkaufen. Ich sollte ihm zweihundert geben und er würde die Reifen zum Hotel bringen und sie auch für fünf Dollar das Stück montieren. Falls ich aber nur Ärger machen wollte, würde er sofort die Polizei rufen. Die nächste Station sei gerade um die Ecke und sein Bruder sei dort der Chef. Woher wusste der Typ, in welchem Hotel ich war?

Ich hatte ihn verstanden und wir einigten uns, dass ich für die Räder zweihundert Dollar bezahlen würde, wenn er diese gratis wieder montierte.

Sein Englisch war nicht so gut, dass er verstanden hätte, dass ich „wieder“ gesagt hatte. Er meinte, er sei großzügig, da er auf das Montagegeld verzichtet hatte.

Wir alle waren froh, als wir auf der Fähre waren und über den Bosporus zur anderen Seite fuhren. Das erste Stück der Straße kannte ich noch, doch dann mussten wir die Straße nach Ankara nehmen. Wir waren nun offiziell in Asien. Man konnte sich streiten, aber für mich war es noch der Orient. Man nannte es auch Vorderasien oder Kleinasien – für mich hatte das alles nichts mit Asien zu tun. Asien begann für mich erst viel weiter im Osten. Und dann kommt Zentralasien. Dann gibt es noch den Begriff „Ostasien“. Zu Ostasien sagte man auch Fernost. Na was soll‘s, wir waren in der Türkei.

Man konnte zwei verschiedene Routen nehmen, einmal über Samsun am Schwarzen Meer und dann nach Trabzon und Erzrum. Oder die etwas abenteuerlichere Strecke, direkt durch das Gebirge nach Siva und Erzrum. Ich schlug die kürzere Route vor.

Im Allgemeinen braucht man ein Einreisevisum für fast jedes Land, außer, für jene Länder, die ein Abkommen haben, dass sie ohne Visum bereist werden zu dürfen. Nach Auskunft meines Automobilklubs brauchten Deutsche keine Visa für Persien. Meine Frau wusste, dass Ceylonesen auch keine Visa brauchten, da die Perser wichtige Partner im Teehandel waren.

Ohne uns in Ankara aufzuhalten, fuhren wir direkt zur persischen Grenze. In Erzrum und in Siva hatten wir in Hotels übernachtet und wieder leckere türkische Speisen gegessen. Die Hotels waren hier alle „Otels“, denn die Türken würden kein „H“ kennen, sagte man mir.

Die Osttürkei war eine total andere Türkei. Die Menschen hier waren arm, aber sehr herzlich und freundlich. Bei unseren Tee-Stopps durften wir nie bezahlen. Irgendjemand hatte immer schon unseren Tee bezahlt.

Kurz nach Erzrum beklagte sich Schwiegermutter über Schmerzen im Rücken.

Das kam wohl von der schlechten Straße. Es würde bestimmt nach einer größeren Pause, die ich in Teheran machen wollte, vergehen. Doch das größere Übel kam mit der Feststellung, dass meine Tochter Durchfall und Fieber hatte. Nachdem ich dies erfahren hatte, wollte ich, so schnell wie es nur ging, nach Teheran, weil ich wusste, dass es im Land des Schahs von Persien sehr gute Krankenhäuser gab. Denn hier, kurz vor der Grenze einen Arzt zu finden, war sehr unwahrscheinlich.

Wir waren durch Dogubayazit, dem letzten Städtchen in der Türkei, gefahren. Vor uns der Wegweiser, der die persische Stadt Macu anzeigte. Zumindest hatten wir die Löcherstraße der Osttürkei überstanden. Wenn auch die Menschen sehr einfach, aber doch herzlich waren, so war ich froh, dass wir es hinter uns hatten. Wir würden spätestens morgen in Teheran zu einem Arzt kommen.

Doch die Enttäuschung war groß und der kleine Teufel auf meiner linken Schulter lachte sich kaputt. Es war eine zerschmetternde Niederlage, alle Hoffnung auf einen Arzt war dahin: Ceylonesen mussten Visa haben!!!

Was das bedeutete, war mir sofort bewusst: Zurück nach Ankara, um Visa für Frau und Mutter zu besorgen. Ich hätte Chitra in diesem Moment umbringen können, doch dadurch wäre nur noch mehr Schaden entstanden. In Anatolien wollte ich nicht in den Knast, also schrie ich meine liebe Frau einfach nur an. Doch sofort wechselte ich meine erregte Stimme, als ich sah, wie sie heulte und schluchzte, nahm sie in den Arm und tröstete sie. Ja, ich liebte sie immer noch!

Es ging zurück nach Dogubayazit und dort suchten wir ein Hotel. Der Hotelmanager wusste einen Arzt, der sofort kam und seine Diagnosen für Schwiegermutter und meine Tochter stellte. Die Schwiegermutter, deren Name übrigens Nancy war, bekam ein Pülverchen und die Schmerzen verflogen. Der Doktor meinte, dass das Unwohlsein nur vom langen Sitzen käme. In Zukunft sollten wir mehr Stopps und ein wenig Gymnastik machen.

Doch mein Töchterchen hatte eine Darminfektion und das war nicht so leichtfertig hinzunehmen, daher kam auch das Fieber. Doch auch hier hatte der Doktor ein Rezept. Diese Medizin musste unter seiner Aufsicht verabreicht werden.

Mein Plan stand fest: Nancy wurde dazu verdonnert, bei meiner Tochter zu bleiben, auf sie aufpassen und dem Arzt den nötigen Zutritt zum Hotelzimmer zu gewähren. Chitra, Dieter und ich würden uns sofort auf den Weg machen und mit Mutters Pass nach Ankara fahren. Dort könnten wir vielleicht schon morgen die Visa machen lassen.

Also waren wir auf einer Nachtfahrt nach Ankara unterwegs. Wer sich an die Straßenverhältnisse in der Osttürkei im Jahre 1969 erinnern kann, der weiß, was für ein Unternehmen diese Nachtfahrt war. Natürlich erreichten wir die Botschaft erst am Nachmittag, trotz zügigen Fahrens. Das Wort „schnell“ wäre übertrieben, „zügig“ traf es eher.

Schon sehr früh am nächsten Tag standen wir vor der persischen Botschaft. Chitra bekam ihr Visum noch nicht – zuerst mussten zwei Passbilder von einem ambulanten Fotolabor, direkt vor der Botschaft, gemacht und dem Beamten ausgehändigt werden. Dieser versprach, dass das Visum am nächsten Morgen abholbereit sein würde.

Das Visum für die Schwiegermutter bekamen wir nicht. Nancy musste persönlich anwesend sein. Auch wenn wir die Fotos von ihr dabei hatten – es nützte nichts. Das hieß erst einmal bis zum nächsten Tag warten, dann zurück nach Dogubayazit und mit Nancy wieder hierher zurück. Ein Scheiß-Spiel war das, nur weil ich meiner Frau ihren Blödsinn vom  Exportschlager Tee für Persien geglaubt hatte. Nie wieder würde ich irgendetwas blind glauben.

Ich weiß doch: Glauben heißt nichts wissen! Und sie wusste wirklich nichts! Aller Ärger half nichts, wir mussten zurück nach Dogubayazit.

Am nächsten Tag war die Botschaft geschlossen, weil ein Feiertag war. Ich kochte vor Wut. Am übernächsten Tag, noch geladen vor Empörung, palaverte ich mit dem Passbeamten und nannte ihn einen „Fucker“. Doch dieser Beamte verstand Englisch und verlangte meinen Pass, den ich ihm jedoch nicht gab. Ich verließ lieber ganz, ganz schnell das Botschaftsgebäude. Glücklicherweise hatte Chitra schon ihren Pass. Ich wusste, wenn ich ihm meinen Pass gegeben hätte, wäre ein Stempel mit dem Vermerk: Einreise nicht erlaubt, da „Persona non grata“ drin. Damit wäre eine Durchreise durch Persien nicht möglich gewesen.

Zurück im Hotel war die Sachlage schon wesentlich besser und Schwiegermutter war wieder voll einsatzbereit. Auch meine Tochter war soweit fit. Der Arzt war ein Genie, das sagte ich ihm, doch er wehrte ab und meinte, dass hier jedes zweite Kind irgendwann diese Symptome bekäme und er sich deswegen so gut auskennen würde. Er war einfach sehr bescheiden, auch sein Honorar war es. Doch ich gab ihm das Doppelte vom Verlangten.

Großmutter, Mutter und Kind, Dieter und ich machten uns jetzt gemeinsam auf den Weg nach Ankara, um Nancys Papiere zu erstellen zu lasen. Doch dieses Mal ließen wir uns mehr Zeit und hetzten nicht so.

In Ankara hatten wir dann noch mehr Zeit, denn wir erwischten den letzten Tag vom Ramadan, dem Fastenmonat der Moslems. Da es ein Mittwoch war, hatte die Botschaft geschlossen – so auch am nächsten und übernächsten Tag. Erst am Sonntag konnten wir unseren Botschaftsbesuch erledigen.

Das war wieder ein Tag voller Überraschungen. Wir kannten den Rhythmus schon. An einem Tag Papiere abgeben, am nächsten Tag das Visum bekommen. Diesmal war ich ganz vorsichtig, überprüfte die Lage erst einmal und sah zum Glück einen anderen Beamten, als den vom Vortag. Zuversichtlich ging ich mit Chitra in das Büro. Dieser Beamte war die Freundlichkeit in Person und entschuldigte sich dafür, dass wir wegen des Festes so lange hatten warten müssen. Wir sagten ihm, dass wir vor einigen Tagen schon einmal hier gewesen seien, aber der Kollege hätte uns weggeschickt, weil Nancy nicht dabei war. Wir erzählten ihm die ganze Geschichte und am Schluss sagte er uns, dass es nicht nötig sei, dass die Person, die ein Visum beantrage auch persönlich anwesend sein müsse. Viele schickten den Pass durch eine andere Person und bekämen doch das Visum. Wichtig sei nur, dass die Passbilder dabei seien und der Abholer unterschreibe, dass er den fremden Pass erhalten habe. Vorige Woche hätte ein Kollege ihn vertreten und die Büroarbeiten gemacht. Er wusste es vielleicht nicht besser, meinte der Beamte. War das zu glauben?

Wie der Teufel es so wollte, kam in diesem Moment der besagte Kollege vom letzten Mal aus einem Büro. Er sah mich und fing sofort an zu gestikulieren und schrie irgendetwas auf Persisch. Das wiederum brachte noch mehr Leute auf die Gänge und auch zwei Soldaten, wohl vom Wachpersonal. Diese Soldaten kamen leider aus der Richtung, in die ich mich zurückziehen wollte, so saß ich in der Falle.

Im Büro eines ranghöheren Beamten musste ich mich ausweisen und somit war ich meinen Reisepass erst einmal los. Und genau das passierte, was ich vermeiden wollte: der Stempel „Persona non grata“ prangte in meinem Pass! Iran ade, ich durfte gehen. Nun war guter Rat teuer und diesen Rat holte ich mir bei der deutschen Botschaft.

Man hätte sich im Ausland korrekt zu benehmen, dann käme man nicht in eine solche Lage, wurde ich belehrt. Auch sagte man mir, dass man nur einen neuen Reisepass bekäme, wenn dieser voll wäre, sodass keine Sichtvermerke mehr eingestempelt werden könnten – oder man hätte den Pass verloren. Das aber würde nur zu einem Heimreise-Dokument reichen, einem Passersatz. Zum Beispiel könnte passieren, dass ein Kleinkind seinen Schokoladentrunk verschüttet hätte und der Pass zufällig und unglücklicherweise dadurch schmutzig und nass geworden wäre.

Der Beamte sah lange meine Tochter an und nickte mir zu. Ich hatte verstanden, bedankte mich und wir verließen die Botschaft.

Schon am nächsten Morgen war ich der Erste in der Warteschlange vor der Deutschen Botschaft in Ankara. Mein Pass hatte einen bösen Tintenklecks quer über die erste Seite, wo alle wichtigen Daten und mein Name standen. Dem Beamten erklärte ich, dass ich einen Brief an meine Eltern geschrieben und meinen Füllhalter aufgefüllt hatte. Plötzlich wackelte meine kleine Tochter am Tisch und das Missgeschick war passiert. Mir wäre das sehr peinlich, was man da machen könnte? Der Beamte bat mich, ein Formular mit meinen Daten auszufüllen sowie ein weiteres Formular, wie es zu dem Missgeschick mit dem Ergebnis des unleserlichen Passes gekommen sei. Dann bräuchte er zwei Passbilder und eine Gebühr von umgerechnet zwanzig Mark sei zu bezahlen. Am nächsten Tag sollte ich den neuen, leeren Pass und den alten, ungültigen abholen.

Da wir so viele Tage verloren hatten und ich doch ein bisschen Angst vor der persischen Grenze hatte, da man mir sagte, dass auch ein Schreiben an die Grenzstation in Bazarghan ergangen sei, disponierte ich um. Ich entschloss mich, nach Beirut zu fahren und das Auto zu verschiffen. Also brauchten meine Ceylonesen Visa für die Einreise nach Syrien und in den Libanon. Die ließen wir noch in Ankara erstellen. Von meinen früheren Reisen wusste ich, dass Deutsche keine Visa für diese Länder benötigten.

Die Straße war stellenweise in Ordnung, doch hinter Adana bis zur syrischen Grenze war die Fahrerei eine Qual  – für das Auto und auch für uns. Mir war das bei den vorigen Reisen nicht so aufgefallen.

Die Prozedur an der syrischen Grenze war wie immer, nur etwas teurer. Lag es wohl an dem größeren Auto sowie auch an der Anzahl der Insassen?

In Beirut besuchte ich den Schiffshändler, den ich aus meiner Seefahrtzeit kannte. Die Schiffsagentur „Gargour und Fils“ konnte mir versichern, dass es in den nächsten drei Monaten keine Möglichkeit gab, das Auto nach Ceylon zu verschiffen, auch nicht mit einer anderen Agentur.

So lange wollte ich nicht warten – also keine Flugreise nach Colombo. Dieter wäre von hier zurück nach Deutschland geflogen, aber jetzt wollte er bei uns bleiben und mit uns weiterfahren. Meine Idee war nun, von Beirut nach Damaskus zu fahren und dann in den Irak, um eventuell das Auto von Basrah nach Ceylon verschiffen zu können.

Irgendwie kam mir das alles ein wenig verrückt vor. Ich kriegte das Auto nicht los und weiter kamen wir auch nicht. Wäre bloß dieses „Carnet de Passage“ nicht und auch das Versprechen, das meine Frau einem Verwandten in Ceylon gegeben hatte, dass er einen Mercedes „Sedan“, so nannten sie eine Limousine, bekommen würde und diese schon unterwegs sei! Also musste das Auto unbedingt nach Ceylon, aber wie? Die einzige Möglichkeit sah ich nun darin, nach Basrah zu fahren.

Auf meiner Landkarte war Basrah gar nicht so weit weg. Man bräuchte nur von Beirut über Damaskus, Bagdad und weiter in den südlichen Irak zu fahren, dann wäre man schon in Basrah. Ich baute darauf, dass ich auch dort den Schiffsagenten kannte und er mir bestimmt weiterhelfen würde. Ich wollte unbedingt das Auto loswerden.

In Damaskus erfuhren wir, dass es für Deutsche wegen politischer Diskrepanzen zurzeit keine Visa gäbe. Ceylonesen hätten kein Problem und könnten in den Irak einreisen. Das war wieder so eine Situation zum Aushaken! Ich konnte es nicht glauben. Was war nur los?!

Die Reise hatte ich mir nicht so kompliziert vorgestellt. Dass das Fahren anstrengend werden würde, hatte ich angenommen, aber dass die Visa-Beschaffung so viel Nerven kosten würde, das hätte ich nicht gedacht.

Es hieß also, von Damaskus zurück nach Dogubayazit und dann hoffen, dass die Perser meine Angelegenheit als unwichtig abgetan hatten und ich bei der Einreise keine Schwierigkeiten haben würde. Ein Visum für den Iran hatten meine Damen Gott sei Dank schon. Nun hoffte ich, dass es dabei geblieben wäre, dass Deutsche keines brauchten.

Nach Ankara zurück war ein zu großer Umweg. So nahm ich an, dass es schneller gehen würde, wenn ich den Weg über Aleppo in die Türkei fahren würde, dann nach Malatya am Van-See vorbei und irgendwie auf die Strecke Erzrum – Dogubayazit.

Wenn ich in meinem Leben noch nie eine schlechte Straße gesehen hätte, hier konnte ich drei volle Tage das Erlebnis „schlechte Straße“ voll genießen. Doch irgendwie schafften wir das Unmögliche und kamen nach Dogubayazit. Kein PKW, außer unserem Mercedes, vielleicht ein Jeep, hätte diese Strecke fahren können. Doch mit dem Beiseiteräumen des vielen Gerölls und dem Aussteigen aller Fahrgäste, plus eines dreimaligen Reifenwechsels überwanden wir auch diese Strecke. Da ich nur einen Ersatzreifen dabei hatte, war der zweite Plattfuß etwas problematischer. Doch mit Hilfe türkischer Truckfahrer, die den kaputten Reifen vor Ort wieder flickten und montierten, war es nur eine Sache der Zeit und der Geduld. Ohne die mehrmalige Hilfe der Lastwagenfahrer hätten wir das Auto irgendwo stehen lassen und per Autostopp weiterfahren müssen.

Als wir das letzte Mal in Dogubayazit waren, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich dieses Städtchen noch einmal wiedersehen würde. Doch nun waren wir sehr froh, denn die letzten drei Tage waren sehr schlimm für uns alle gewesen und hier kam es uns richtig zivilisiert vor. Obwohl diese Gegend bereits am Limit lag. Nach einer Erholungspause von einer Nacht musste ich meinen Mut zusammennehmen und zur persischen Grenze fahren.

An der Grenze vermied ich jedes unnötige Aufsehen, machte mich weitestgehend unsichtbar und wartete ganz geduldig an meinem Auto, bis alle Formalitäten erledigt waren.

Dann, hinter dem Schlagbaum, ließ ich einen Aufschrei der Erleichterung los. Bis Macu fuhren wir noch, dann war für zwei Tage eine Ruhezeit für Auto und Passagiere angesagt.

Seppo kontaktieren

Seppo kontaktieren. Ein hola von Teneriffa!

Danke für den Kontakt zu mir…

Da ich schon zum „Älteren Semester“ gehöre, und nicht so richtig,wie die „Jungen,“ mit dem PC umgehen kann,freue ich mich dass hin und wieder einige Zeilen von mir in die „Weite -Welt“ gelangen. Nochmals:DANKE und schau doch hin und wieder auf meine Seite….. Übrigens gibt es mich auch „etwas Inkognito“ hier:https://www.facebook.com/

 

I NEED YOUR HELP-ICH BRAUCHE EURE HILFE!

Hello my Friends, I need Your Help!

My Book „Mein Traum frei zu sein“ get translated from German languages in to English, >My Dream To Be Free> I need an Comment on the English languages of the translation. The „Translator“ is an NON English or German native speaking Person..this is an Test.Please be so kind and replay to the Comment Box! Thanks.

Under the English edition comes the Original German Version.

My childhood dream is fulfilled©

My dream to go to sea became stronger once again. But I received 10 rejection letters from the 12 shipping companies, because they did not take  passengers and did not need any confectioner in the team. But one letter from Bremen gave me hope. It arrived from the sender „D. D. G. Hansa. Schlachte 6“. This shipping company wanted to employ me under the following conditions: 1. Due to my age, I was to bring a letter of consent from my parents.  2. I had to undergo a course for four weeks in a hotel managed by the shipping company. After that I could start as a kitchen-boy. If I had taken a training as a baker or as a butcher, it would have been such much easier.  I would have been able to start immediately as a cook’s mate or as a second chef. But I did not ruminate too long but instead I accepted the offer as a kitchen boy! So I would start as Moses – those are the boys, who did not have any profession and started an apprenticeship only on board. Even they could go on up to being a captain – of course with school in the harbor, trips to see and back again in the school.   All this for a few years. So that is how it went. But I had a different profession – and still had start as Moses. I was confectioner and not a cook – so I had learn once again. My goal was still to become a ship’s cook.

It was a tough fight with Mother. Father was less concerned but Mother said that water did not have any beams. And, besides, what could happen there in the water. She said she knew about it from the war – many had been drowned as it happened in the case of „Gustloff“.  Her father had been a technician on the „Wilhelm Gustloff“. The ship had drowned with about 9000 people on board. Now it was clear to me why they did not want to allow me to go out to sea. She had never spoken about her father before.  Sometime, somewhere I had read a report on this tragedy. No one knows exactly how many souls were on board as the Russian torpedoes caused the ship to sink. It was in the Baltic Sea off the Polish coast. Till date, no one prefers to even mention this whole matter concerning
„Gustloff“.

What were a few thousand German refugees and a ship’s crew, they were all Nazis anyway. So it is more appealing to talk about a „Titanic“. Those were „poor millionaires“who were killed tragically. The location of the sinking of the
„Gustloff“ has been known as Obstacle No. 73 in the navigation charts,  but who cares worried about it today ? But there were only 9000 refugees from the east, who lost their lives. They were certainly even the constructors of the concentration camps. It was those days in the war time.  But now there was no war any more, at least not in our immediate geographical surroundings.  There was and is war always and at any time in the world, only you don’t hear about it at times.

I fought against this kind of talks and I defended the new world of seafaring. I could die anywhere, and I did not have to go out of the house for this. Many people die even in their bed.

Once I had seen statistics, in which the most dangerous animals in the world and the most deadly attacks worldwide per year were listed. So I told Mother that a million people die from malaria, transmitted by mosquitoes. Another forty thousand people die through  snakebites, through crocodiles and worldwide and almost two hundred thousand people through avalanches. Two hundred people are killed by hippopotamuses , fifty people through tigers – all, which are terrestrial animals. But only about fifteen or twenty die due to shark bites – animals that live in water. This is why life on the water is so much safer. Now even Mother had to smile and she said that I was very well prepared. In order to add emphasis, I also deliberately focused on and reminded her the fact that I would be twenty-one soon and that I could then do what I wanted without her consent.  To this Mother said that I was already doing what I wanted.  Whether it was due to my moaning and complaining or whether due to my threat that I would go away and never come back,  that it had clinched it for me at the end, I cannot say – but Mother surrendered and I got her blessing.  My resignations was easier than I thought it would be. The bakery manager only said that someone who wanted to travel should not be stopped. That wouldn’t benefit anyone.

The farewell to my friends made me a bit sad, but I promised to to send all of them postcards from all over. At the same time I knew exactly how lazy I was in writing letters. I also noticed that some of my sport comrades were a little jealous of me. I was able to spend a week at my parents‘ home, then my other and I packed my little blue suitcase, which had already accompanied me for the past five years.

The longest train journey, which I now had to make alone, brought me to the main railway station in Bremen on the 8th of September 1960.

From there I took a taxi to Schlachte 6. I introduced myself to one Mr Willman, who managed personal data, and who guided my next steps. Then we went to the floating hotel, where I was to spend time in the next weeks.  It was called „Alibaba“ and was anchored on the river Weser. As a training ship, it didn’t go anywhere. I worked with a cook’s mate, who was waiting on a new ship. He was an older cook, whom the shipping company retained, because he had been there even before the war.

During the war he had been in India, or more precisely in Goa, in detention, and had married a local woman. He later remained there until his wife died and he returned to Germany. But because of his age, no one wanted to have him on board any more. And so he eked out a living during his twilight years on the „Alibaba“. We were then probably something like Allibaba’s thieves – though we were not forty in number, but we cooked for at least over thirty people.

I had to bring my papers together as well as visit a doctor and a dentist. It was purely a precautionary measure, so that I would not have to go to a doctor already in the next port. I bought many cook books and butcher’s guidebooks, because I had a lot of catching up to do in this area.

I was called to the office and given a ticket to Hamburg and a Crew Members‘ Certificate of Hire for SS „Freienfels“, which was docked in the port of Hamburg, and which was getting a heaving maintenance.

I reported to the watch-keeping officer, who sent me up to the cook  There were some shipyard workers on board and a small team, for whom we prepared food. We – i.e. the Chef, the cook’s mate – a butcher from the hotel, and yours truly, the cook’s / baker boy. If someone had called me a baker during my teaching time or even during my apprenticeship, I would have flipped out. There was a difference between bakers and confectioner and it was important for me that people were aware of this. Baker work  mainly with flour and confectioners with sugar. I also enjoyed making the following statement: Please note the last two letters: Schust-er (shoe-maker), zSchrein-er (carpenter), Metzg-ere(butcher), Bäck-er (baker), Bettl-er (begger), all have the same last letters! But now listen to this! Profess-or (professor), Dokt-or (doctor), Direkt-or (director), Kondit-or (confectioner), also have the same last letters! Please note this difference. But slowly I realized that there was a much stronger hierarchy on a ship .

As „Moses“(cabin boy) you were just a tolerated being. Without any rights, not even with permission to be at the same table with an experienced sailor. But somehow it was different with me. People respected me because I already had a career. In addition, it was perhaps expected from me that I would put my knowledge as confectioner to use on the the trip.

Which sailor could resist it, if there was a delicious cake on the table during the afternoon coffee time. And no one wants to make enemies with the kitchen gang. There was some friendly teasing already because I was not from the coast but was a country mouse from Frankfurt.

There were terms that I had to learn quickly, for example: Pütz (bucket), Fulbrast (trash can), Feudel (cleaning rags), Back (bowl). But also a part of the fore-section of the vessel, and also the bells and many other expressions. The dirty work like peeling potatoes, cleaning the kitchen or the store rooms and cold storage rooms were reserved for me.  Also lugging frozen quarters of beef or pig-halves from the cold storage rooms below through a steep staircase to the kitchen was part of my tasks, even during rough seas.  t But for now, we were still in shed no. 9- and were waiting for the completion of the repairs.

It was two days before our departure and we were equipped for the journey. Can you remember how you felt when you consciously waited for the first time for Christmas and for the distribution of the presents?  That is how I felt in these days.  I was excited and could hardly wait. We got supplies for two hundred days. At least everything, which was frozen and also the stock of tinned food. Fresh vegetables were always bought where they were available. But all this was not my problem.

It was the 30th of October, and it was my 19th. birthday.  I had already handed out a round of beer for the kitchen, the stewards, the boatmen (skippers) and the carpenters during the 10 o’clock smoking time. The kitchen, or the deck in front of the kitchen, was the meeting place for gossip and fun,  from the first day Like at the hair salon ashore. The 10 o’clock break was just the meeting place for a chat. Well, this was because there was hot meat broth in cold zones and cool drinks in hot zones. Popular was the „Guiampel-Water“, which the seafarers called the lemonade, which was mixed together by us.

In my lunch break from 1 pm to 3 pm, I went to my room, which I shared with the butcher-cook’s mate.  I also had drunk some Becks beer with the others, which was available probably at every steamship from Bremen .  I was in a good mood and wanted to relax a bit, so that I was fit again for the evening.

A surprise awaited me, so to speak, a birthday present from my colleagues from the smoking time. The window – they were proper square ones, not the round portholes – had its curtains drawn. It was dark, and also the light switch, which I switched on and off a few times, remained so.  There was a curtain in front of every sleeping berth, which you could draw if you wanted to have some peace and quiet.  The lower berth was mine and the curtain was drawn. I undressed in the dark and pushed the curtain aside and swung into my berth. That is to say, I wanted to! At the moment the window’s curtains opened and the light went on.  And now I saw: There was a naked woman in my berth. And the crowd in front of the window bawled! There was no singing, but that it really raucous bawling. out of which I heard  the „Happy Birthday To You“.

My shock –  I do not know whether it was due to the woman or because she was naked  and the half of the the crew were cheering in front of my window – passed quickly. I did the only thing that was probably right and lay down next to the strange naked woman in my berth.  There was no escape, I had to go through it! But I got up once again, and closed the window and drew the curtain and lay down again next to my birthday present and reconciled myself to my fate.

They could have sent me flowers or a bottle of whiskey or a free ticket for the ghost train or simply a gift coupon for the bordello in the Herbertstraße for my birthday.

But no, it had to be on board here, so that the gossip mongers had something to talk about during the whole journey.  Now I focused on my guest, and got to know from her that her name was Erna and that she worked in the guest-house Labermann as waitress. The service was good. She served me in the next two hours  first class and the service was perfect, as far as I could judge, since I did not have such a lot of experience yet.  After Erna’s „services“ I knew something more about women. The boys had paid in advance and Erna was satisfied. During travels later and periods of rest in Hamburg, I met Erna more often but I have to pay her myself.

On this ship and during this trip my birthday was spoken about often.

From Hamburg we said goodbye to one another and our journey began. I thought that I would probably need time till Port Said to remember all the faces.  But since you see a face often during the day, you remember it quickly.  The steward of the crew and I shared a good camaraderie on board of the ship  We often sat together and told each other stories of our country life. He was a clever boy and I was certainly able to learn a lot from him.  He had also made some trips already on other ships.  When I wanted to die of seasickness for the first time, he gave me good advice and survival techniques. We traveled to India, to the Persian Gulf, to America and back to the Gulf. After that we were to get a new route.

I was to be long trips without homeland harbor but I was happy. Finally my dream had been fulfilled. I was on the sea and on the way to India! Each shipping company had a specialty. The „Hansa“ sailed to India and to the USA,  „Hapag“ to East Asia and Japan and the „Hamburg-Süd“brought bananas from South America. The „Norddeutsche Lloyd“ was on the way to Asia and America and the „Levant“ – shipping company was at home in the Mediterranean Sea. Others in turn, sailed to Africa or to the Norwegian Sea. The names of the ship and the chimneys were the identification of the shipping company. Names of ships ending with -fels or -stein or -Städte or German federal states were characteristic of each shipping company.

Our cook had already been in India and Pakistan (Hansa special) very often and he cooked brilliant Curries. Also the crew were obsessed with curries and that day I had the first day food for the travelers to India, so to say, for lunch. The Curry was not bad, but for me as a novice it was too hot. Quickly I learned that bread, yogurt and something sweet alleviated the spiciness.  The food with curry was for lunch – now it ws evening. We had arrived at the Bay of Biscay and the weather deteriorated.

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Der Tod lauert in der persischen Wüste

Der Tod lauert in der persischen Wüste

(Wieder einen „Blick“ in mein Buch werfen? Bitte schön.)

>MEIN TRAUM FREI ZU SEIN<

Die Irrfahrt durch Persien…..

Ein Kanister mit zwanzig Liter Wasser, ein weiterer mit zehn Litern Benzin und eine Fünf-Liter-Ölkanne, das war unser kostbarstes Reisegepäck. Alles andere waren Kleidungsstücke, die so verstaubt waren, dass man sie vor dem Anziehen erst mal kräftig ausklopfen musste. Dann war da noch eine Wolldecke. Wenn sie nicht gebraucht wurde, saßen die Damen darauf, ein Fünf-Liter-Trinkwasser-Kanister zwischen den beiden Frauen, rechts und links Lebensmittel gepackt und hinter der Sitzbank die Windeln und Sachen für meine zweijährige Tochter. Man hat die Vorstellung, so ungefähr würden wohl Zigeuner herumreisen. Doch im Vergleich zu uns waren Zigeuner gut organisierte, reinliche Leute. Gut, sie waren ein Reisevolk, aber so einen Saustall, wie wir in unserem Mercedes hatten, konnte man in keinem Zigeunerauto finden. Auch wie wir aussahen, nach sechs Wochen quasi im Auto lebend, unrasiert und fern der Heimat…

Ich schaute mir auf meiner Landkarte den Weg nach Karachi an. Man musste doch nur diesem feinen Strich auf der Landkarte folgen, dann kam man nach Karachi. So dachte ich. Von Abadan über Bushier, Shiraz, Bander-Abbas, Jaak, Ghoghweiter nach Bahaor – und der nächste Ort, Guador, war schon in Pakistan. Von dort aus nach Karachi. In Jah und Chah-Bohor war ich schon. Das sind ganz kleine Häfen, wo es Eisenerz gibt.

Auf der „Arsterturm“ hatten wir auf Reede gelegen und mit Lastkähnen kam das rostig aussehende Erz an Bord. Mennige, eine Eisengrundierfarbe, machte man davon. Die Leute trugen das Zeug in Bastkörben auf ihren Köpfen. Sie balancierten über Planken und schmissen es in unsere Ladeluken.

Einmal hatten wir auch eine ganze Ladung Trockenfisch und Knoblauch von Bushier nach Kalkutta geladen. Kein Mensch kann sich diese Sauerei vorstellen. Der Trockenfisch kam in die Ladeluke und durch das Vibrieren des Schiffes wurde das Zeug irgendwie zusammengerüttelt und gequetscht, sodass noch Flüssigkeit aus dem Fisch kam. Es entstand sozusagen eine Lake. Der Gestank war entsetzlich. Haben Sie schon einmal toten Fisch gerochen? Hier waren es circa fünfhundert  Tonnen, die eine stinkende Brühe verursachten und dann noch der Knoblauch… Nicht genug damit, es kamen auch noch die Maden auf den Plan. Auf dem ganzen Schiff waren Maden! Der Bootsmann ließ einen Wall vor die Mannschaftskabinen mauern. Alle zwei Stunden wurde das Deck mit Seewasser abgespritzt. Ich erinnere mich noch sehr gut, bis Kalkutta waren die Maden alle fort und der Trockenfisch mit der Brühe wurde ausgeladen. Vielleicht hatte Mutter Theresa die Ladung bestellt.

Egal, es waren nur ein paar Gedanken an vergangene, schöne Zeiten. Hier war jetzt die Gegenwart und wir waren unterwegs nach Karachi.

Bis Shiras und nach Bander war die Straße im guten Zustand und der Verkehr war auch in Ordnung. Wir fuhren Tag und Nacht, bis wir nach Bander Abbas auf kleinere Straßen gelangten. Jask war das letzte Örtchen mit festen Straßen. Das heißt, der Grader fuhr regelmäßig und ebnete die so gebaute Fahrstraße immer wieder frei von Rillen.

Es ging sehr oft Hunderte Kilometer über Waschbrett-Pisten. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass unser 230er Mercedes, Baujahr 1964, auseinanderbrechen würde – ganz einfach „knack“ und wir würden dann auf dem Schotter enden. Aber er hielt. Ich will nicht prahlen, aber ich hatte da ein Stück deutsche Wertarbeit unter meinem Hintern.

Dieter zeigte ich noch einmal die Karte und erklärte ihm, dass er sich nur auf der größeren Piste halten müsse und nach Chaka-Bahor fragen sollte, wenn er nicht weiter wüsste. Ich verspürte eine verdammte Müdigkeit, da ich den ganzen Tag gefahren war. Wenn es dunkel würde und er die Strecke nicht mehr erkennen könnte, sollte er stoppen und schlafen.

Ich wurde wach, weil wir anhielten. Es war stockdunkel, der Motor war aus und eine Stille, die nur durch Dieters Fluchen übertönt wurde. Was war passiert? Wo waren wir? Warum hielten wir hier? Dieter saß hinter dem Steuer und rührte sich nicht. Was war los? Wie spät war es? Ich schnauzte Dieter an. Allmählich kam wieder Leben in ihn und er erklärte mir, dass er Mist gebaut hatte. Er wusste nicht, wo wir waren und der Tank war leer.

Ich wollte den Reservesprit in den Tank schütten, aber das hatte Dieter schon unterwegs getan. Jetzt brüllte ich Dieter an. Wieso war er so lange gefahren?! Warum hatte er mich nicht geweckt?! Er erklärte mir, dass er eine einigermaßen gute Piste gefahren war. Doch dann wäre da plötzlich eine Mauer auf den Weg gewesen und ein verlassenes Dorf mit verfallenen Häusern.

Es musste viele Jahre nicht geregnet haben, denn die Fahrspur endete vor einer Mauer aus Lehm. Dahinter ging sie weiter. Dieter wollte das Hindernis umfahren und merkte nicht, dass er auf eine neue Spur kam und dieser folgte, bis das Benzin alle war. Er hatte den Ehrgeiz, bis zum nächsten Ort, also nach Choha-Bohor, zu fahren. Keine Menschenseele war unterwegs, die er eventuell hätte fragen können. Er fuhr, bis auch diese Fahrspur zu Ende war und dann auch der Sprit.

Es war kurz vor Mitternacht. Er war also acht Stunden gefahren. Das Benzin konnte doch noch nicht alle sein! Auch wenn ich es nicht glauben wollte, es war so. In diesem Gelände hatte unser Benz ganz schön Durst.

So gut es ging, schliefen wir den Rest der Nacht, Dieter und ich im Freien und die Frauen im Wagen. Auch Liegesitze im Mercedes bieten nur bedingt einen gewissen Komfort. Noch vor Sonnenaufgang waren alle wach.

Den Sonnenaufgang in der persischen Zagroswüste muss man nicht unbedingt erleben. Es gibt schönere Orte, um einen Sonnenaufgang zu genießen.

Aber ein Schauspiel war es doch. Bekanntlich geht die Sonne im Osten auf, in unserem Fall sollte das also Richtung Karatschi sein. Unsere Fahrtrichtung war aber gegen Westen. Die Sonne ging hinter uns auf, nicht vor uns. Das besagte, dass unser Auto in die falsche Richtung zeigte. Auch Dieter war das jetzt klar. Die Sonne stieg immer höher und es wurde auch immer heißer. Dazu waren wir in einer Ebene ohne Bäume oder große Sträucher. Nicht einmal die kleinste dornige Akazie war zu sehen. Kein Vogel, keine Wüstenmaus, kein Skorpion, nichts. Vielleicht kamen ja etwas später die Geier!

Ich machte mir Sorgen, große Sorgen. Die Weiber geiferten, die Kleine heulte, Dieter fluchte und ich saß da, im Sand und überlegte, was wohl jetzt am Wichtigsten wäre. Kein Mensch würde uns suchen, weil uns keiner vermissen würde.

Erst einmal die Decke raus und ein Zelt gegen die Sonne bauen, Wasser und Essen sicher unterbringen und gegen Insekten und Sonne schützen. Kein Wasser mit Waschen oder andere Hygiene vergeuden. Mit zwanzig Liter Wasser konnte man zwei bis drei Tage auskommen. Dosen-Essen sowie Naan-Brot und Obst hatten wir auch noch. Aber dann? Man konnte einen Benz nicht durch diese Geröllwüste bis zur nächsten Tankstelle schieben.

 Und laufen? Wohin denn? In welche Richtung, Osten, Westen, Norden? Süden war zwecklos, denn da war schon der Golf von Oman oder das Arabische Meer.

 Der Persische Golf war schon hinter uns. Es war inzwischen Mittag und sehr heiß.

Der Abend kam, es wurde dunkel und uns wurde immer flauer. Ich hatte Angst, nicht vor der Dunkelheit oder vor irgendwelchem Getier, auch nicht vor Räubern, denn die wären uns willkommen gewesen. Was hätten die schon von uns holen können? Wir aber hätten von ihnen Benzin mitnehmen können. Wie viel bräuchten wir, fünf, zehn oder zwanzig Liter?

Wir aßen, tranken und wanderten in der sternklaren Nacht in der Wüste herum. An Schlaf dachte wohl niemand und kalt wurde es auch. So sammelten wir Gebüsch, Äste, getrocknete Dornenbüschel von irgendeinem Gestrüpp und alles, was irgendwie brennen würde. Man sollte nicht glauben, was man alles an Wurzelzeug und Kleingebüsch findet, sogar dickere alte Äste waren dabei, manche schon versteinert.

Höchstwahrscheinlich war auch hier einmal Wald.

Das Feuer wärmte uns. Ich zeigte in die nördliche Richtung und fragte die anderen, ob sie auch ein Licht, dort – ganz weit weg, sehen würden. Ich löschte das Feuer, um besser sehen zu können. Doch keiner sah ein Licht. Ich aber war mir hundertprozentig sicher, ich hatte ein Licht gesehen, ungefähr so, wie ein Leuchtfeuer, was ganz weit weg ist. Aber nur für einen kurzen Moment war dort ein kurzes Aufblinken. Hatte ich schon Halluzinationen? Ich wusste, dass man in der Nacht keine Fata Morgana sehen konnte.

Aber vielleicht war ich auch nur müde. Wir schliefen alle bis zum Sonnenaufgang.

Ich hatte meinen Plan gefasst: Dieter musste mit dem Reservekanister, drei Litern Wasser in der Thermosflasche für ihn selbst, und mit Gottvertrauen in die nördliche Richtung laufen. Es gab nur drei Möglichkeiten: Entweder wir würden alle hier sterben oder Dieter auf dem Weg, Hilfe zu holen – oder ein Wunder würde geschehen.

Dieter war von seiner Mission nicht begeistert, aber er machte sich auf den Weg nach Norden, Richtung Ungewissheit. Die Frauen und das Kind saßen im Schatten unter der Decke. Ich wanderte durch die nähere Umgebung, um eine eventuelle Fahrspur zu finden, das hätte mir eine Richtung angezeigt. Aber keine Reifenspur und auch kein Kamelpfad waren zu finden. Ich sammelte noch mehr Gestrüpp für die Nacht. Schon hatte ich einen großen Haufen beisammen. Mein Radius und der Holzhaufen wurden immer größer.

 Dann sah ich genau gegen Osten ein Fahrzeug! Ich machte einige Male meine Augen auf und zu, um mich zu vergewissern, dass es keine Wunschvorstellung, eine Fata Morgana oder sonstige Halluzination war. Ganz schnell nahm ich Holz von dem großen Haufen, sprenkelte ein bisschen Motoröl darüber und dann auch noch Wasser. Ja, ich musste verhindern, dass alles in einer großen Flamme aufgehen würde, ich brauchte Rauch! Tagsüber war Feuer nicht zu sehen, nachts schon. Ich entzündete den kleinen Haufen, es rauchte und stank wunderbar.

 Ich nahm die Decke, die als Sonnenschutz diente, und deckte mein Rauchfeuer ab und auf. Und wieder ab und auf. Und noch mehr Öl. Es kam ganz automatisch, dass ich einen Intervall von dreimal kurz – dreimal lang – dreimal kurz lüftete. Ich wusste, dass da ein LKW durch die Wüste fuhr und kein ein Seemann, der mein S.O.S kurz – lang – kurz verstehen würde. Wir tanzten vor Freude, als wir bemerkten, dass der LKW etwas größer wurde, dafür aber schmaler. Das hieß, er kam gerade auf uns zu. Es dauerte fast eineinhalb Stunden, bis das Ungetüm von MACK-LKW bei uns angelangt war. Dort, wo er herkam, war also die Straße. Dieter aber war genau in entgegengesetzter Richtung in der Wüste verschwunden.

Der Iraner bestaunte uns wie Außerirdische. Man stelle sich vor: Mitten im Nirgendwo in einer Halbwüste mit viel Geröll, wo selbst ein großer LKW nicht mehr als zwanzig bis dreißig Stundenkilometer fahren konnte, stehen eine alte, dunkle Frau, eine etwas jüngere, halbdunkle Frau, ein hellhäutiges Kleinkind, und ein weißer Mann, dessen weißer 230er Mercedes kein Benzin hat. 

Nach vielen persischen Worten, die mein Retter sprach und meinen deutsch-englischen Dankesworten verließ uns unser Rettungsengel wieder. Er gab uns noch Naan, Datteln, Orangen und füllte unser Wasser auf. Diesel, den er zur Genüge hatte, konnten wir für unseren Benziner nicht gebrauchen. Er versprach, wenn er unterwegs jemanden mit Benzin treffen würde, ihn zu uns zu schicken.

Spätestens in der nächsten Ortschaft, achtzig Kilometer weiter, würde er Bescheid geben.

Ich weiß nicht, ob er jemanden finden würde, der so blöd wäre, ein paar nichtgläubigen, total verrückten Ausländern, Wasser und Benzin in die Wüste zu bringen. Außerdem wusste man ja auch nicht, wo genau diese Ausländer in der Wüste hockten. Nur der Fahrer wusste es. Vielleicht käme er auf seiner Rückreise oder irgendwann, wenn er durch Zufall wieder solch eine Route bekäme, hier vorbei. Vielleicht konnte er mit den Mercedes-Teilen oder unseren Uhren etwas anfangen. Die gebleichten Knochen konnte er bestimmt nicht verkaufen.

Wie kann man nur so denken?! Er hat mir angeboten, uns mitzunehmen. Er hatte eine lange Kette für das Auto und mich und im LKW wäre genug Platz für die Frauen gewesen. Ich dankte ihm, da ich dachte, dass ja Dieter wiederkommen würde, mit oder ohne Benzin, und wenn er uns hier nicht mehr vorfinden würde… Der Gedanke gefiel mir nicht. Außerdem, der Mercedes an einer Kette hinter diesem Monster, das über Stock und Stein fuhr, das hätte den Mercedes in einen Haufen Schrott verwandelt. Die Kette wäre vielleicht gerissen und die Frauen und mein Kind wären auf Nimmerwiedersehen in der Wüste oder auf einem arabischen Basar verschwunden.

Sollte Dieter bis zum nächsten Morgen nicht zurück sein, würden wir uns zu Fuß auf den Weg machen, und zwar dorthin, wo der LKW herkam und auch wieder hinfuhr.

 Ich beobachtete diese Stelle und sah nun schon den zweiten LKW in der Ferne. Also, dort war die Straße! Wenn der LKW eineinhalb Stunden brauchte, wären das nach meiner Schätzung maximal vierzig Kilometer, eher weniger. Die konnte man in zwei Tagen schaffen, auch mit Kind und Oma. Wasser und Essen hatten wir für mehr als zwei Tage. Jetzt nur noch auf Dieter warten, spätestens bis morgen!

Es dämmerte schon, in diesen Breitengraden wird es schnell dunkel. Von Tag auf Nacht geht es ruckzuck. Ich bereitete wieder einen großen Haufen Brennmaterial vor. Gleich, bevor es dunkel würde, wollte ich ihn anzuzünden, damit Dieter oder sonst jemand den Feuerschein sehen könnte – und uns auch. Es war aber nicht mehr nötig, das Feuer zu entzünden.

Aus der Ferne, von dort, wo heute Morgen Dieter in der Wüste verschwunden war, kam ein Gefährt. Ein Jeep – ein Landrover, darin ein Engländer und Dieter mit viereckigen Kanistern, die voller Benzin waren! Freude, Dank, Erleichterung und nochmals Dank – an alles, was auf der Erde und auch über der Erde sein soll!

Glück? Ich glaube schon lange nicht mehr an Glück, seit dem Untergang der Lakonia. Es gibt kein Glück, sondern nur Bestimmung. Freude ist Glück und Glück ist Freude, alles andere ist Bestimmung. Ich bin glücklich – oder ich freue mich, das ist doch egal. Doch Bestimmung ist, ob oder wie lange ich noch auf dieser Erde mein Unwesen treiben darf.

Unser Auto wurde betankt und mit Hilfe eines Überbrückungskabels gestartet. Dieter war clever und hatte daran gedacht, ein solches Kabel mitzubringen. Wir hatten unsere Batterie am Benz nicht abgeklemmt, somit war durch die Türbeleuchtung und das Radio bzw. den Kassettenrekorder kein Saft mehr in der Batterie.

Wir räumten unseren unfreiwillig entstandenen Campingplatz und fuhren hinter dem Landrover her. Es war schon dunkel, als wir ein Camp erreichten. Dort würde nach Wasser gebohrt, sagte man uns. Ich war sicher, es wurde nach Öl gesucht. Egal, es gab ein fantastisches Essen, eine Dusche und ein richtiges Feldbett. Für alle, ein Bett! Es war wie im Paradies.

Dieter hatte schon alles erzählt und so blieb mir dies erspart. Ich erkundigte mich nach Interessanterem. Wo wir waren, wusste ich nun. Die Engländer gaben mir eine Karte von diesem Teil Persiens. Einen Grenzübergang nach Pakistan gab es aber nur weiter nördlich. Hier ging kein Grenzverkehr. Quetta hieß der nächste pakistanische Ort, in dem wir nach dem Grenzübertritt sein würden. Unser Engländer fuhr vor uns, bis wir auf dem Schotterweg nach Bam waren. Wir befanden uns jetzt auf der Straße Banderabbas – Bassra, Zahedan. Wenn ich nicht so ignorant gewesen wäre und den richtigen Mann in der Schiffsagentur gefragt hätte, wäre mir viel erspart geblieben. Dann hätten wir gleich von Banderabbas den richtigen Weg genommen.

 Hätten hin, hätten her, ich war froh und glücklich, dass unsere Bestimmung so war, wie sie war. Wir lebten und ich war nicht zum Mörder meiner Familie und einem Freund geworden. Glück? Nein, Bestimmung.

Bis Bam kam nichts, nicht einmal ein Teeladen. In Bam übernachteten wir. Wir sahen die Ruinen der alten Oasenstadt. Die Perser erzählten uns einiges über den antiken Turmbau zu Bam, aber war das nicht Babel? Nun egal.

Inmitten von Bam gab es eine doppelspurige Straße mit Grünstreifen in der Mitte. Der Turmbau lag am Ende, wo es schon etwas bergauf ging. Ein großer Berg mit vielen Höhlen, die – so sagte man mir – bewohnt waren. Das soll vor langer Zeit ein Turm gewesen sein. Nur in vielen Sprachen redete man in Bam nicht. Die Leute sprachen Farsi und wir Englisch, was eigentlich niemand verstand. Schon sehr früh am nächsten Morgen verließen wir Bam.

Viele Jahre später, im Dezember 2003, zerstörte ein verheerendes Erdbeben die Stadt und ihre antiken Bauten zu mehr als neunzig Prozent. Beinahe die Hälfte der Bevölkerung kam auf der Stelle ums Leben. 

Wir mussten nach Norden, nach Zahedan. Dort wollten wir über die Grenze nach Pakistan kommen, um weiter nach Quetta zu gelangen. Dann war es nur noch ein Katzensprung Richtung Süden, an Sukkur und Belem vorbei, bis Karatschi.©

 

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